In der Wochenendausgabe von Polens größter Tageszeitung,
Gazeta Wyborcza,
schreibt der Schriftsteller
Stefan Chwin (mehr
hier) darueber, wie
Witold Gombrowicz die Frage von Schuld, insbesondere der
deutschen Schuld an den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs, in seinem Werk behandelt. Gombrowicz wollte, dass die Deutschen
Verantwortung für ihre Verbrechen übernehmen, schreibt Chwin, aber er konnte bei seinem Aufenthalt in Deutschland zu Beginn der sechziger Jahre
keinerlei Schudgefühl feststellen. Stefan Chwin schließt mit einer persönlichen Bemerkung: "Wenn ich nach Deutschland komme,
kocht das Blut in mir. Also kann man nach so einem Verbrechen
so gut leben? Denn die Deutschen wurden für das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit
nicht bestraft. Die Zerstörungen, Bombardierungen, Grenzverschiebungen, Deportationen und Vergewaltigungen, das physische Zermalmen Deutschlands im Jahr 1945 - das war keine Bestrafung, es war
Vergeltung. Eine Strafe wäre nur dann eine Strafe - den Überlegungen Gombrowicz' folgend -, wenn sie sich die Deutschen
selbst auferlegt hätten. Und, wer weiß, vielleicht sollte es eine Strafe von
proportionellen Ausmaßen sein. Aber was für eine Strafe es wäre und wem auferlegt - ich weiß es nicht".