Vinyl erlebte zuletzt eine geradezu
sagenhafte Renaissance - und ein Ende des Booms ist noch nicht abzusehen,
erfährt man in Joel Oliphints ausführlicher Hintergrundreportage auch anhand konkreter Zahlen, denen zufolge sich der Vinylabsatz in den vergangenen fünf Jahren
mehr als verdreifacht hat. Doch die Wiederentdeckung von LPs und EPs insbesondere als haptische Statussymbole in Form aufwändiger Sondereditionen bringt auch frustrierende Aspekte mit sich: "Trotz kontinuierlicher steigender Nachfrage bleibt die Anzahl amerikanischer Presswerke in
etwa gleich. Keiner eröffnet neue Presswerke, da die Kosten dafür nach allen Berechnungen
verboten hoch wären. Der Industrie bleiben also nur etwa ein Dutzend Presswerke, die derzeit in den Staaten arbeiten. ... "Früher konnte man mit der Fertigstellung einer Platte
in vier Wochen rechnen", sagt John Beeler von der
Plattenfirma Asthmatic Kitty (...) "Aber heute sage ich meinen Künstlern, dass zwischen dem Zeitpunkt, an dem wir die Aufnahmen einschicken, bis zum Zeitpunkt, an dem wir die Platte in Händen halten,
mindestens drei Monate liegen." Wohin man auch blickt, ungewöhnlich lange Fertigungszeiten, die einst als Anomalie galten, entsprechen heute der
Norm. ... Was den Stand der Dinge in der unwahrscheinlichen Wiederbelebung der Vinylindustrie betrifft, ist also jeder glücklich.
Und jeder frustriert."
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