Magazinrundschau - Archiv

Reason

3 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 15.05.2012 - Reason

Chris Kjorness erzählt eine Geschichte, wie neue Technik fröhlich begrüßt wurde, um große Veränderungen durchzusetzen. Es begann 1888, als in Amerika der erste Sears, Roebuck Katalog erschien. Im Süden interessierte man sich am meisten für die Farmgeräte, die dort angeboten wurden, und für die günstigen Gitarren. "1930 erstand Muddy Waters eine gebrauchte Stella, die höchstwahrscheinlich ursprünglich über den Katalog gekauft worden war, und begann Gigs zu geben. Schnell verdiente er genug, um sich eine brandneue Gitarre von Sears zu kaufen. B.B. King lernte die Grundtechniken seines Instruments aus einem Übungsbuch, das er über den Katalog bestellt hatte. Und natürlich waren Bluesmusiker nicht die einzigen, die von der Verfügbarkeit billiger Gitarren profitierten: Weiße Countrymusiker wie Roy Clark bestellten ihr erstes Instrument im selben Katalog wie schwarze Bluesmänner wie Son Thomas. Das Zusammenspiel von neuer schwarzer ökonomischer Freiheit, neuer Massenmarkt-Technologie und eine neue musikalische Form schufen einen Sound und einen Stil, der nicht vergehen wird."

Magazinrundschau vom 10.04.2012 - Reason

Normalerweise heißt es nach einem Churchill-Zitat, dass Geschichte von Siegern geschrieben werde. Im Fall des aktuellen Medienwandels, konstatiert der Chefredakteur von Reason, Matt Welch, ist das genau umgekehrt: Geschichte wird von Verlierern geschrieben, von Journalisten, die den Niedergang der Zeitungen als Katastrophe der Öffentlichkeit darstellen. Welch zeigt in seinem Essay, wie anders das aus der Sicht der Leser aussieht, die in ihren Interessengebieten wesentlich mehr Informationen finden als zuvor, und warnt dennoch, dass die Klagegesänge der Journalisten fatale Auswirkungen haben könnten, denn "sie beschleunigen nicht nur den Verfall der eigenen Industrie und verwechseln ihn mit dem der Demokratie, sie beraten auch aktiv die Federal Trade Commission in der Frage, wie Gesetze neu gechrieben werden könnten, um Nachrichten-Aggregatoren - von Google News bis zu einzelnen Blogern - zu bestrafen, deren Arbeit sie als schädlich für sich ansehen. Dollars jedes einzelnen amerikanischen Steuerzahlers könnten demnächst an eine Industie umverteilt werden, die bis vor sehr kurzer Zeit zu den profitabelsten der Vereinigten Staaten zählte." Welch veröffentlicht demnächst ein Buch zu diesem Thema.
Stichwörter: Google News, Medienwandel

Magazinrundschau vom 16.08.2005 - Reason

Der Schriftsteller Salman Rushdie spricht mit Shikha Dalmia ein wenig über seinen neuen Essayband "Überschreiten Sie diese Grenze!", und viel darüber, dass Islam und Terror nicht mehr guten Gewissens auseinander zu halten sind. "Es erinnert mich ein bisschen an das, was die Sozialisten während der schlimmsten Exzesse der Sowjetunion behauptet haben. Das ist nicht wirklich Sozialismus, sagten sie. Es gibt einen wahren Sozialismus, in dem es um Freiheit, soziale Gerechtigkeit und so weiter geht, aber das tyrannische Regime dort drüben, der real existierende Sozialismus, hat nichts mit dem wirklichen Marxismus zu tun. Das Problem war, dass es genau das war. (...) Ich glaube, man fängt an, diese Trennung auch in der Debatte über den Islam zu machen. Es gibt aber einen aktuell existierenden Islam, der überhaupt nicht liebenswert ist."