9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Digitalisierung

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.01.2024 - Digitalisierung

Bei netzpolitik bedauert Constanze Kurz den Abgang des Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber, den die SPD kurz vor Ende seiner regulären ersten Amtszeit abserviert hat: "Der außerhalb der Ampel angesehene Bundesdatenschutzbeauftragte redete oft gegen eine Wand: Auf datenschutzpolitische Debatten reagierte die Bundesregierung - und Olaf Scholz sowieso - mit viel Schweigen, ansonsten häufig mit sich widersprechenden Positionen: Justizminister Marco Buschmann (FDP) ist gegen die Vorratsdatenspeicherung, Innenministerin Nancy Faeser (SPD) möchte sie mindestens teilweise wieder einführen. Das Bild der Ampel-Regierung, die sich in nichts einig ist, war auch beim Datenschutz stimmig. Nur bei der Ökonomisierung der Gesundheitsdaten und beim E-Rezept war man sich in der Ampel weitgehend einig, dass Datenschutzfragen und IT-Risiken gemeinschaftlich kleingeredet oder ignoriert gehören."

Influencer könnten sich bald gewerkschaftlich organisieren, berichtet Michael Moorstedt in der SZ. Dadurch könnten sie besser gegen Firmen vorgehen, die Influencer für ihre Dienste nicht ausreichend entlohnen: "Ob irgendwann auch die Influencer die Arbeit niederlegen? Kommt dann das Netz zum Stillstand? Wohl eher nicht." Außerdem arbeiteten Firmen an Lösungen, um auf echte Influencer zu verzichten. "Was hierzulande eher neoliberaler Wunschtraum ist, ist für die Influencer bereits reale Gefahr. Längst arbeiten Agenturen an virtuellen Markenmaskottchen aus dem Baukastensystem, die echte Menschen schon bald verdrängen könnten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.12.2023 - Digitalisierung

Von der digitalen Patientenakte wird nur ein Bereich profitieren: die wissenschaftliche und industrielle Forschung, die Zugriff auf die anonymisierten Patientendaten bekommen soll, ist in der taz Svenja Bergt überzeugt. Patienten werde die Akte eher weniger nützen: "Denn bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss wurde kürzlich ein entscheidendes Detail deutlich: Ob die Behandler dazu verpflichtet werden, die Daten aus der elektronischen Patientenakte zur Kenntnis zu nehmen und zu berücksichtigen, ist längst nicht ausgemacht. Realistisch betrachtet ist es extrem unwahrscheinlich, dass eine solche Pflicht kommen wird. Denn die Ärzteschaft wird sich mit allen Mitteln dagegen wehren. Das ist nachvollziehbar: Schließlich haben die wenigsten von ihnen Extrazeit, um sorgfältig lange Datenreihen durchzugehen oder zurückliegende Diagnosen zu durchforsten. Ganz abgesehen von dem Haftungsrisiko, falls jemand etwas übersieht."

In der FAZ denkt Dietmar Dath über die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz nach, deren Auslotung durch Dichter - und somit erfahren in der "Welterschaffung" - er am vielversprechendsten findet.