In einem Artikel, der selber ein bisschen nach Verschwörungstheorien duftet,
schildert taz-Autor Jannik Grimmbacher eine Kampagne des AfD-nahen Bloggers Alexander Wallasch gegen
Kulturminister Wolfram Weimer, die für Grimmbacher eigentlich schwer zu erklären ist, da er Weimer als jemanden beschreibt, der "
anknüpfungsfähig rechts der CDU" sein soll. Weimer wird vorgeworfen, dass er in seiner "Weimer Media Group" Reden von Politikern und Prominenten nachdruckte und wie Originalbeiträge aussehen ließ - dagegen hat AfD-Politikerin Alice Weidel geklagt. Grimmbacher vermutet, dass die rechte Szene jetzt Stimmung gegen Weimer macht, weil dieser in einer Rede bei der Buchmesse den
KI-Konzernen Ideendiebstahl vorwarf und dafür vom Trump-Vertrauten Richard Grenell angegriffen wurde: "Er
bezeichnete Weimers Rede auf 'X' als 'massive Attacke auf die gesamte US-Digitalindustrie, mit dem Ziel, sie in Europa zu zerschlagen'. Gut möglich also, dass die rechte Szene die Zügel nun wieder etwas straffen wollte. Blogger Wallasch stellte seine Veröffentlichung auch direkt in den Kontext der Rede und drehte Weimers Vorwurf um: Dieser sei selbst ein 'Vampir im Kulturminister-Gewand', da er sich die Reden Prominenter ohne Einverständnis ins Blatt hole." Auch der
Cicero, einst von Weimer mitbegründet,
berichtete in suggestivem Tonfall über die Affäre: "Kann ein möglicher Straftäter Mitglied der Bundesregierung sein?"
Mehr auch im
Spiegel.
Hier der Rede-Ausschnitt von Weimer:
FAZ-Redakteur Michael Hanfeld verteidigt Weimer: "Weimer hatte sich zuletzt die
AfD offensiv vorgenommen und prophezeit, sie werde 2029 bei neun Prozent liegen. Nun schlägt die Rechts-außen-Partei zurück und legt ihm wegen der vermeintlichen Affäre den Rücktritt nahe." Laut
The European, das unter anderem
über hundert Reden von Alice Weidel publiziert haben soll, haben Politiker keine Urheberrechte an ihren Reden, berichtet Hanfeld, der sich diese Theorie aber nicht ganz zu eigen machen will. Wallasch
kontert den Hanfeld-Artikel mit der Information, dass die
FAZ Medienpartner des von der Weimer Media Group morgen veranstalteten "
Frankfurt Finance & Future Summit" ist - eine Eigenschaft, die die
FAZ allerdings mit zahllosen anderen Medien zu teilen scheint. Weimer hat seine Kritik an den KI-Plattformen laut einer
Pressemitteilung seines Amtes bei einem "Spitzentreffen zur Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft" bekräftigt.