Im
Tagesspiegel skizziert Frederik Hanssen die Zwei-Klassen-Gesellschaft in Deutschland, die sich in
Festangestellte und Freie aufteilt, am Beispiel von Musikern im Klassikbereich und stellt fest: "Mit wenig Fördergeld ließe sich im Bereich der Freien viel bewegen - doch die Sache hat einen Haken: Damit würde offiziell anerkannt, dass es ein
Zwei-
Klassen-
System in der Klassik gibt. Auf der einen Seite die durchsubventionierten Staatsbetriebe, auf der anderen die auf eigenes Risiko wirtschaftenden Orchester. Erstere kosten viel Geld, weil die Mitglieder ordentlich nach Tarifvertrag bezahlt werden. Letztere sind für einen Bruchteil der Kosten zu haben, basieren aber auf dem Prinzip der Selbstausbeutung. Die Politik muss sich mit der Frage beschäftigen, ob die wünschenswerte, verbesserte Absicherung der freiberuflichen Klassik-Profis durch
Kürzungen bei den festangestellten Musikerinnen und Musiker querfinanziert werden soll. Denn mehr Geld in den Kulturetats des Bundes, der Städte und Gemeinden wird es in den kommenden Jahren kaum geben."
Andrian Kreye unterhält sich für die
SZ mit
Elizabeth Alexander, Leiterin der Andrew W. Mellon Foundation, der größten Kulturstiftung der USA, über amerikanische
Erinnerungspolitik. Mit ihrem Monuments Project (das im Artikel leider nicht erklärt wird) versucht Alexander gerade, Denkmäler für den
Südstaatengeneral Lee zu identifizieren: 53 sind es bisher. "Und es gibt
Schulen, die nach ihm benannt wurden. Die meisten in Vierteln, in denen vor allem
afroamerikanische Kinder leben. Was für eine Botschaft gibt man solchen Kindern mit, wenn man die Schule nach einem Mann benennt, der fand, dass sie Untermenschen sind? Viele dieser Konföderierten-Denkmäler wurden lange nach dem Bürgerkrieg errichtet, sie zementierten eine Ideologie weißer Überlegenheit, nachdem der Krieg für die Sklaverei verloren war."