Der neue Staatsminister für Kultur,
Wolfram Weimer, hat sich gestern in der
SZ gegen die
Politisierung von Kunst durch die Linke und die Rechte ausgesprochen (unser
Resümee).
taz-Redakteur Dirk Knipphals ist mit dem Beitrag
nicht zufrieden: "Links und rechts rücken bei Weimer sowieso zusammen,
Hufeisentheorie, klar. Wie wenig sie zur Klärung der Sachlage beiträgt, zeigt sich in Weimers Text: Sensivity Reading und rechtsradikaler Kulturkampf, moralische Bedenken und tatsächliche Verfolgung von Intellektuellen - sollte man da nicht
differenzieren?"
Im
Tagesspiegel findet Gerrit Bartels, dass Weimer völlig ungerechtfertigter Weise
die Linke viel härter kritisiert als die Rechte: "Brav und vermeintlich um Ausgleich auf der rechten Seite bemüht, erwähnt er zweimal den Furor von Donald Trump (dessen Angriff auf Harvard, Buch- und Bilderverbote), die 'rechten und rechtsradikalen bis rechtsextremen Kulturkampfreflexe', scheint aber hierzulande auf dem rechten Auge eine sehr verminderte Sehkraft zu haben. ...
Die Mitte dürfe nicht an die Ränder verloren gehen, schreibt Weimer, und bei solchen Aussagen liegt der Verdacht nahe, dass er in dieser Mitte auch
problemlos die AfD-
Wählerinnenschaft verortet."
Auf
Zeit online hätte sich Dirk Peitz den Text des Kulturstaatsministers etwas gehaltvoller
gewünscht: "Statt in dem Gastbeitrag einen
Kulturbegriff zu entwickeln, aus dem sich seine künftigen politischen Entscheidungen ableiten ließen oder seine Idee von
Kulturförderung zum Beispiel, spielt Wolfram Weimer lieber hohe Töne und holt 'das Tafelsilber abendländischer Aufklärung' hervor ... Wie sehr der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Freiheit der Kunst noch verteidigen will, wenn zum Beispiel der nächste Antisemitismusskandal kommt, darauf darf man gespannt sein."