Der einstmals so stolze
Gruner-und-Jahr-Konzern war von Bertelsmann schon letztens Jahr mit RTL zwangsvereinigt worden. Falls es Beteuerungen gegeben haben sollte, die Zeitschriften des Konzerns zu erhalten, wäre es falsch gewesen, an sie zu glauben. Bertelsmann-Chef
Thomas Rabe hat jetzt
neue Leitlinien bekanntgegeben,
berichtet Steffen Grimberg in der
taz: "Im Interview im firmeneigenen Intranet erzählt er was von teurem Papier, rückläufigen Werbebuchungen und dass alles noch schlimmer wird. Deshalb will er jetzt alle Magazine auf den Prüfstand stellen und 'nur solche Titel mit RTL zusammenführen, die
wirklich synergetisch sind'. Also solche, die auf
Unterhaltung machen. Das übertrifft die schlimmsten Befürchtungen, was das ohnehin gewöhnungsbedürftige Zusammenpferchen von RTL und G+J für die Zeitschriften bedeutet."

Gabor Steingart schlägt in seinem morgendlichen Newsletter das nebenstehende
Stern-Cover vor und schreibt: "Die Journalisten von
Stern,
Brigitte,
Gala,
Schöner Wohnen,
Capital und
Geo wollten
relevant, nicht synergetisch sein. Sie träumten von einem Verleger - und bekamen einen
Portfoliomanager."
Der
NDR hat sich einer Prüfung unterzogen, die noch nicht abgeschlossen ist, Intendant Joachim Knuth konnte aber schon einmal erleichtert bekräftigen, dass sich der Vorwurf
politischen Gekungels nicht bestätigt habe. Statt dessen sei nur das
Betriebslklima grauenhaft - das soll jetzt ein Kirchenmann als Ombudsmann klären, berichtet Michael Hanfeld in der
FAZ, der ein bisschen skeptisch bleibt: "Dass der Vorwurf politischer Färbung ('Filter') inzwischen vom Tisch ist, mag einen freilich erstaunen. Denn gerade die
fehlende Distanz zu Landesregierungen ist eine Spezialität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, das schlägt sich bei der Besetzung von Posten nieder und im Programm." Dem
Bayerischen Rundfunk geht es laut Rechnungshof auch nicht so gut, berichtet Helmut Hartung ebenfalls in der
FAZ. Der
Finanzbedarf sei so hoch. "Der Rechnungshof sieht drei kritische Punkte: hohe
Personalausgaben,
Pensionsverpflichtungen sowie den sogenannten '
BR hoch drei'-Prozess, mit dem der Sender neue digitale Angebote vorantreibt."
Die
FAZ macht eine Selbstmarketing-Aktion mit vielen Artikeln über
Zukunft und die Frage, wie wir leben wollen. Feuilletonchef Jürgen Kaube warnt allerdings: "Der
Kursverfall der Utopie geht insofern auf das Schindluder zurück, das mit den Hoffnungen auf ein gutes, erlöstes Ganzes getrieben wurde."