Alenka Zupančič' Buch ist klarste Darlegung davon, warum die Psychoanalyse das Fundament der Philosophie erschüttert. Wissen und Sexualität sind beide von einer grundlegenden Negativität in ihrem Innern strukturiert, und diese Negativität verbindet sie miteinander in dem, was die Psychoanalyse "Unbewusstes" nennt. Das mit Sexualität verbundene Unbewusste wird in Zupančič' Darlegung zum Begriff einer unschließbaren Lücke im Wissen, das so zu einer ebenfalls lückenhaften Ontologie, einem Denken des Seins in seiner Inkonsistenz führt.
Jakob Hayner staunt nicht schlecht, was die slowenische Philosophin Alenka Zupancic alles über Sex herausfindet. Mit den Werkzeugen der Psychoanalyse, mit Freud und Lacan gelangt sie laut Hayner zu der überraschenden Feststellung, dass Sex eine Art Ausnahmezustand der Natur ist. Für Hayner im Hinblick auf Identitätsfragen keine banale Erkenntnis. Das Buch bietet ihm nicht nur eine "Neuinterpretation der sexuellen Differenz", sondern auch einen anderen Blick auf den Todestrieb und die Liebe. Was Philosophie vermag, alltägliche Vorstellungen auseinandernehmen, demonstriert die Autorin für Hayner hier vorbildlich.
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