Neben den Ansätzen von Platon, Aristoteles und der Stoa ist der Hedonismus eine der klassischen philosophischen Theorien des guten Lebens. Gemäß dem Hedonismus gilt: 1. dass allein Freude um ihrer selbst willen wünschenswert ist, 2. dass alle Freuden um ihrer selbst willen wünschenswert sind, 3. dass die prudentielle Qualität eines Lebens umso besser ist, je mehr Freude in ihm verwirklicht wird. Geht es im 1. Teil darum zu klären, was die Begriffe 'gutes Leben' und das 'prudentiell Gute' bedeuten, werden im 2. Teil diese drei Kernelemente des prudentiellen Hedonismus erläutert. Ziel ist es zu zeigen, wie der Hedonismus rational begründet und gegen rivalisierende Ansätze verteidigt werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2013
Andreas Bachmann verteidigt in seiner Studie "Hedonismus und das gute Leben" den Hedonismus gegen den Vorwurf, bloß die "ungehemmte Lustbefriedigung unsolidarischer Egoisten" zu bezeichnen, berichtet Gerd Schrader, der sich von der Argumentation des Autors nicht wirklich überzeugen lässt. Bachmann setzt die Moral zur bloßen Erfüllungsgehilfin von Lustgewinn und Leidvermeidung herab, weil er meint, so ohne Metaphysik auszukommen, erklärt Schrader. Wie sich aber der Lustgewinn zu historisch konkreten, letztlich kontingenten Glückserwartungen verhält, dazu schreibt Bachmann wenig, bemängelt der Rezensent. Und wo er die gute Lebensführung unter hedonistischem Vorzeichen beschreibt, ist Bachmann leider nicht viel tiefgründiger "als wohlmeinende Ratgeber zur Lebenskunst", bedauert Schrader.
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