Aya Jaff

Broligarchie

Die Machtspiele der Tech-Elite und wie sie Fortschritt verhindern
Cover: Broligarchie
Econ Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783430212120
Gebunden, 240 Seiten, 23,99 EUR

Klappentext

Aya Jaff war einst mittendrin: Als angehende Jungunternehmerin im Silicon Valley schaute sie auf zu Milliardären wie Elon Musk, Peter Thiel und Mark Zuckerberg. Der Blick hinter die Kulissen offenbarte eine gefährliche Realität: Machtstreben, übergriffiger Gestaltungsanspruch und ein Fortschrittsversprechen, das vor allem die Privilegierten einschließt. Aya Jaff warnt: Die Broligarchen wollen die Welt nicht retten - sie wollen sie besitzen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.12.2025

Zwar wird Rezensentin Vera Linß wirklich mulmig, wenn Aya Jaff hier von der Profitgier der Tech-Bros aus dem Silicon Valley schreibt, gleichzeitig ist ihr Buch aber auch "ein echter Mutmacher". Aya Jaff weiß, von was sie spricht, versichert uns die Kritikerin. Denn als Stipendiatin der Non-Profit-Organisation "Women Who Code" hat sie Einblicke in die Machtmechanismen der Tech-Welt erhalten. Jaff berichtet von persönlichen Erlebnissen, auch davon, wie ihr nahestehende Personen ihre eigenen moralischen Werte aus den Augen verlieren. Gleichzeitig führt sie vor Augen, wie gefährlich die Konzentration von so viel Macht in den Händen einer kleinen Gruppe von Männern ist, und erklärt Begriffe wie "Cyberlibertarismus" oder "Solutionismus" (die Idee, dass es für jedes menschliche Problem eine technische Lösung gibt). Sie zeigt aber auch, und das findet Linß besonders gut, wie viele Initiativen es jetzt bereits gibt, die sich gegen die Tech-Giganten wenden, zum Beispiel durch kommunale Infrastrukturen, die digitale Unabhängigkeit ermöglichen. Linß sieht hier also eine kluge Problemanalyse garniert mit optimistischen Lösungvorschlägen - was will man mehr? 

Buch in der Debatte

9punkt 12.12.2025
Die Digitalaktivistin und ehemalige Unternehmerin Aya Jaff tourt mit ihrem Buch "Broligarchie gerade durch alle Medien (unser Resümee). Auch im Gespräch mit Atessa Bucalovic von der taz betont sie, dass Widerstand sich lohnt. Ihr Beispiel ist der Preisvergleichsdienst Idealo, dem Google immerhin 465 Millionen Euro Schadenersatz zahlen muss: "Solche Urteile tun weh, viel mehr als jeder Imageverlust. Die Macht politisch zu begrenzen, ist schwieriger, weil Konzerne wie Google oder Meta global agieren und mehr Ressourcen haben als viele Staaten. Regulierung ist deshalb langsamer als die Machtverschiebung. Aber ohne sie kann Demokratie im digitalen Raum nicht funktionieren." Unser Resümee

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