Wie oft soll ein erwachsener Sohn seine Mutter besuchen? Muss sich eine Tochter finanziell an der Pflege ihres Vaters beteiligen? Sind Kinder ihren Eltern überhaupt etwas schuldig? Die Bindung an die Eltern ist die einzige Beziehung, die wir uns nicht aussuchen können. Klug und zugänglich schildert die Philosophin Barbara Bleisch diese existentielle und zugleich komplizierte Verwandtschaftsbeziehung. Sie macht deutlich, was Kinder im Guten wie im Schlechten an ihre Eltern bindet, geht Fragen auf den Grund, die jeden beschäftigen - und beschreibt, warum aus dieser Bindung keine Pflicht erwächst, es aber dennoch ein großes Glück sein kann, sich um seine Eltern zu bemühen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2018
Rezensentin Tatjana Noemi Tömmel kann Barbara Bleischs schmaler Studie nicht viel abgewinnen. Dass die Philosophin und Publizistin die Antwort ihres Buches - das sie im Übrigen nicht als "psychologischen Ratgeber" verstanden wissen will - bereits im Titel verrät, will ihr die Kritikerin nicht mal ankreiden. Dass Bleisch dann aber doch mehr psychologisiert als moralphilosophisch argumentiert, wenig vertieft, "Pflicht" und "Freiheit" verkürzt darstellt und überhaupt historische, soziale und politische Hintergründe kaum erwähnt, findet Tömmel ärgerlich. Und dass das Buch laut Kritikerin auch sprachlich nicht besonders elegant ist, trägt ebenfalls nicht zu ihrem Lesevergnügen bei.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.03.2018
Die Frage, "Warum wir unseren Eltern nichts schulden", beantwortet Barbara Bleisch laut Rezensent Adrian Daub philosophisch. Die Schuld der Kinder sei bei näherem Hinsehen kaum mehr als ein "mystifizierender" Gemeinplatz, lernt der Rezensent von der Autorin. Er fragt sich mit ihr, ob man jemandem etwas schulde, wenn man das Empfangene doch niemals eingefordert habe. So entdeckt er dank Bleischs Argumentation in der Schuld der Kinder eine Art Erbsünde, die Eltern einmal mehr als "Minigötter" inszeniert. Die Quintessenz ihres Buches sei zwar schon im Titel formuliert, aber wie die Autorin ihn dorthin führt, fand Daub dennoch sowohl erhellend als auch spannend.
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