Für die kontroverse Erforschung des Holocaust in der Literatur- und Kulturwissenschaft weist das Buch "Schauplatz und Gedächtnisraum Polen" einen neuen Weg. Es erweitert die auf die westliche Perspektive beschränkte Gedächtnisforschung durch Einbeziehung der polnischen und polnisch-jüdischen Literatur. Erstmals analysiert eine deutschsprachige Studie die polnische und polnisch-jüdische Erinnerung und ihre Gedächtniskonflikte als ein Problem literarischer Darstellung. Komparatistisches Arbeiten wird dabei allerdings nicht als Parallelisierung verstanden, sondern als ein Aufzeigen der Asymmetrien der deutschen und polnischen Literatur und ermöglicht so eine theoretisch innovative Gedächtniskritik. Die Analyse der deutschsprachigen Literatur zeigt, dass die vorherrschende Reduzierung des Topos "Polen" auf ein Substitut für die Vernichtung der Juden eine stereotype Verkürzung darstellt, in die historische Polenklischees einfließen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2006
Instruktiv findet der "ndt." zeichnende Rezensent diese vergleichende Studie über deutsche und polnische Holocaust-Literatur, die Barbara Breysach vorgelegt hat. Wie er berichtet, stößt die Autorin bei ihrer Untersuchung der deutschen Literatur auf einen Umgang mit jüdischer Existenz, den der Rezensent als "zuweilen erschreckend typisierend" charakterisiert. Kontrastiv diskutiere die Autorin hierzulande überwiegend unbekannte Texte von polnischen und polnisch-jüdischen Schriftstellern wie Zofia Nalkowska und Tadeusz Borowski. Diese hätten bereits in den ersten Nachkriegsjahren außergewöhnlich sprachmächtige Zeugnisse von der alltäglichen Verfolgung und den Vernichtungslagern verfasst. Als ein Ergebnis der Studie hält der Rezensent fest, dass das Leben und Sterben in den Lagern in der polnischsprachigen Literatur "weitaus unmittelbarer" reflektiert wurde.
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