Die Studie behandelt zum einen Fragen zur Institutionengeschichte, zur Organisationskultur und zum Personal des Ministeriums. Zum anderen werden Probleme der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik 1949-63 analysiert. Dabei wird die Leitfrage verfolgt, wie ein politikökonomisches Konzept (die Soziale Marktwirtschaft), das größtenteils auf die Kräfte der Wettbewerbsgesellschaft baut und sich von der Lenkungswirtschaft vor 1945 absetzen will, in der Praxis einer Vewaltungs- und Planungsinstanz wie dem Bundeswirtschaftsministerium mit seinen personellen wie institutionellen Wurzeln im Reichswirtschaftsministerium umgesetzt und verformt wird, zumal im europäischen Rahmen mit seinen verschiedenartigen wirtschaftspolitischen Konzeptionen und Traditionen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2003
Rezensent Hans-Peter Schwarz würdigt Bernhard Löfflers "Soziale Marktwirtschaft und administrative Praxis" als "sehr sorgfältig recherchierte, hochinformative Untersuchung" über das Bundeswirtschaftsministerium unter Ludwig Erhard. Er empfindet es geradezu als einen "Glücksfall", dass diese Arbeit jetzt erschienen ist - schließlich komme der Wissenschaft in einer Zeit, in der die Soziale Marktwirtschaft in der Krise steckt, auch die Aufgabe zu, als "eine Art institutionelles Gedächtnis zu wirken". Eine Aufgabe, die Löfflers Arbeit zur Freude von Schwarz mit Bravour erfüllt. Keine andere Untersuchung ist ihm bekannt, die alles Wesentliche über das Thema "so kundig, quellengestützt und mit sicherem Urteilsvermögen" auf den Punkt bringt. Dargestellt werden unter anderem die flexiblen ordnungspolitischen Ansätze, das interessante Personal in Erhards Ministerium, die spezifische Behördenkultur des Bundeswirtschaftsministeriums, das Ringen um politische Umsetzung des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft in der Regierungsmaschine. Vor allem Löfflers "eindringliche" Analyse des Spitzenpersonals des Wirtschaftsministeriums, seine Beobachtungen zur Europa-Politik und zur Öffentlichkeitsarbeit befassen haben ihn beeindruckt.
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