Mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wird immer noch gefragt, wie "der Osten" so tickt. Warum eigentlich? Die Menschen dort haben friedlich die Mauer niedergerissen, unter schwierigsten Bedingungen eine Transformation vollbracht und vielfach Chancen für einen Neubeginn genutzt. Sie sind Vorreiter politischer Trends, haben verkrustete Strukturen der Bundesrepublik reformiert und verschaffen sich zunehmend selbstbewusst Gehör.
Rezensentin Katharina Hamberger empfiehlt Cerstin Gammelins Buch über die neuen Länder sowohl vor der Wende wie nach der Wende geborenen Lesern. Erhellend und überraschend findet sie die Einblicke, die die in Sachsen geborene Journalistin Cerstin Gammelin hier liefert, um die neuen Länder aus der "vermeintlichen Verlierer-Ecke" zu holen. Dass die Autorin dabei nicht nur WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen aus dem Osten, sondern auch "ganz normale" Bürger wie eine ehemalige Mitschülerin zu Wort kommen lässt, lobt Hamberger ebenfalls. Auch die Analyse zu den Fehlern, die bei der Wiedervereinigung damals gemacht worden seien (zum Beispiel die mangelnde Rekrutierung von Eliten aus dem Osten), und Gammelins Mahnung an die Politik, das Gewicht der ostdeutschen Wählerschaft nicht zu unterschätzen, scheinen die Kritikerin zu überzeugen. Ein Buch, dass die neuen Länder berechtigterweise und völlig ohne Larmoyanz ins Rampenlicht rückt, findet die Rezensentin.
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