Herausgegeben von Seamus Cooney. Mit einem Vorwort von Carl Weissner. Das Interessanteste, was es über den amerikanischen Kultautor Charles Bukowski zu lesen gibt, stammt von ihm selbst. Es steht in den Briefen, die er von 1958 bis kurz vor seinem Tod (1994) geschrieben hat. In ihnen dokumentiert er seine gesamte Karriere als Schriftsteller und erzählt mit der für ihn typischen Offenheit und satirischen Streitlust vom Auf und Ab seiner letzten fünfunddreißig Lebensjahre; vor allem von seinen katastrophalen Affären mit angeknacksten Emanzen, Oben-Ohne-Schlangentänzerinnen, alleinerziehenden Müttern auf Speed, Stewardessen und Rock?n?Roll-Plattenlabel-Exekutivdamen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2006
Charles Bukowski selbst hielt sich für keinen großen Briefschreiber - passenderweise schreibt er das in einem Brief an seinen deutschen Übersetzer und Freund Carl Weissner. Stimmen tut es aber noch lange nicht, widerspricht der Rezensent Florian Vetsch. Ganz im Gegenteil war ihm das Medium Brief aus mehr als einem Grund gerade gemäß: Der Hochsprache befleißigt sich Bukowksi auch im Rest seiner Werke ja nicht unbedingt. Und die menschenfeindliche Einsamkeitssucht findet in den Briefen ihren perfekten Ausdruck, in denen er über die verhassten Interviews und Lesereisen schimpfen kann, so der Rezensent. Allerdings taugt der Brief auch als Mittel der Freundschaft, nämlich zu Carl Weissner, der nun auch der Übersetzer dieses Bandes ist, den Vetsch allen Freunden und Fans des Autors nachdrücklich empfiehlt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.12.2005
Seamus Cooneys Auswahl der Briefe von Charles Bukowski aus den Jahren 1958 bis 1994 kürt ein angenehm überraschter Helmut Krausser zum "wichtigsten" Buch von Bukowski "überhaupt", zumindest seit "Ham on Rye", und das war 1982. Der "Briefroman" über die zweite Hälfte des angeblich nur noch Müller-Thurgau trinkenden Poeten mache alle kursierenden "ohnehin unsäglichen" Biografien überflüssig, stellt Krausser fest. Von "einem der klügsten" Autoren, die er jemals unter die Leselupe bekommen hat, möchte er lieber seitenlang zitieren als eine lange Rezension zu schreiben, beugt sich dann aber doch den Konventionen. Bukowski dagegen verstößt gegen jedwede Klischees, die sich über ihn festgesetzt haben. In den ehrlichen Briefen, die sich unter anderem mit dem eigenen Ruf, dem Schriftstellerdasein und privaten Problemen beschäftigen, trifft Krausser nicht nur auf einen unerhört "lakonischen, witzigen, gutmütigen", sondern sogar stellenweise "hoch moralischen" Bukowski. Wer den "dirty old man" nach den 560 Seiten nicht verehrt und schätzt, schließt der Rezensent, der "möge fortan Thomas Mann lesen, bis ihm die Augen aus den Höhlen faulen".
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