Am 6. Januar 2021 okkupierten Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump das Kapitol in Washington. Die vielbesprochene Krise der Demokratie hatte in diesem Ereignis plötzlich ihr Symbol, dank den Bildern des Geschehens, die in Echtzeit um die Welt gingen. Aber was genau zeigten sie und was haben wir gesehen? Charlotte Klonk überprüft auf der Grundlage der Bilder die Bezeichnungen, die Augenzeugen und Kommentatoren vorgeschlagen haben, vom Sturm über Putsch bis zum Terrorismus. Alle diese Begriffe, so zeigt die Bildwissenschaftlerin, verfehlen das eigentlich Gefährliche des Tages: Der 6. Januar war ein Angriff auf die Volkssouveränität, der im Namen des souveränen Volkes ausgeführt wurde.
Rezensent Philipp Weichenrieder ist der Medienprofessorin Charlotte Klonk dankbar für ihre Analysen zum 6. Januar 2021. Dass Klonk die als Sturm und Putsch bezeichneten Ereignisse in Washington in ihrem Essay anders deutet, nämlich als eine Art Wiederbelebung der Amerikanischen Revolution von 1776, nur ohne deren progressive Impulse, findet Weichenrieder augenöffnend und auch gut nachvollziehbar. Dem Leser ermöglicht der Band eine bessere Einordnung der Ereignisse, meint er. Die Autorin liefert laut Rezensent zugleich Impulse für den Umgang mit dieser neuen "Volkssouveränität", mit der wir weiter zu tun haben werden, so befürchtet Weichenrieder.
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