Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wie wurde Edvard Munch zu einem der berühmtesten Künstler der Welt? In einer höchst persönlichen Weise nähert sich Karl Ove Knausgård bekannten wie unbekannten Bildern Munchs - in dem Versuch zu ergründen, was in ihnen auf dem Spiel steht und auf welche Art sie in unserer Kultur weiterleben. Er fährt zu Orten, an denen Munch lebte, spricht mit Kunstkennern und Künstlern - aber vor allem schreibt er über seine eigene Beziehung zu Edvard Munch, ausgehend von der naiven Frage: Was ist Kunst und wozu brauchen wir sie eigentlich?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2019
Rezensent Thomas Steinfeld war gespannt, was dabei herauskommt, wenn der "berühmteste norwegische Schriftsteller der Gegenwart über einen der berühmtesten norwegischen Künstler der Vergangenheit" schreibt. Überrascht stellt er fest, dass dieses Buch hauptsächlich davon handelt, wie schwierig es ist, Bildkunst zu beschreiben. Dennoch findet er Knausgards Annäherung an den Maler Edvard Munch sehr gelungen. Auch kehrt er regelmäßig zu der von Experten oft vernachlässigten Frage zurück, was Kunst eigentlich ausmacht, so der Kritiker. Vor allem interessiere Knausgard das weitgehend unbekannte, späte Oeuvre Munchs - kein Wunder, meint der Rezensent, denn in seiner Deutung, der Maler sei von den Themen Sehnsucht und Angst auf das genaue Beobachten der näheren Umgebung gekommen, um eine "fast schon lebensfördernde" Perspektive einzunehmen, fühlt sich Steinfeld an Knausgards eigene Techniken erinnert. Dass selbst ein Knausgard letztlich der Präsenz des Bildes den Vorzug gegenüber seiner literarischen Erklärung gibt, macht das Buch Steinfeld zufolge umso wertvoller.
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