Cornelius Castoriadis

Vom Sozialismus zur autonomen Gesellschaft

Über den Inhalt des Sozialismus
Cover: Vom Sozialismus zur autonomen Gesellschaft
Edition AV, Lich 2007
ISBN 9783936049886
Kartoniert, 246 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Michael Halfbrodt. Der zweite Band der Ausgewählten Schriften von Cornelius Castoriadis dokumentiert seine allmähliche Abwendung vom Marxismus und seine sich radikalisierende Kritik an dem auch in der vermeintlich revolutionären marxistischen Bewegung vorherrschenden Typus von Theorie und Praxis, der die emanzipatorische, radikaldemokratische Bewegung mehr und mehr behindert und im "Realsozialismus" ins barbarische Gegenteil verwandelt hat. Die Kritik mündet in die Formulierung, dass man sich nunmehr vor die Entscheidung gestellt sehe, entweder Marxist oder Revolutionär zu bleiben. Der vorliegende erste Teilband versammelt zum größten Teil erstmals auf Deutsch neben einem ausführlichen Interview, das Entstehungskontext und geschichte sowie die allgemeinen Perspektiven des Castoriadis'schen Denkens in der Zusammenschau vor Augen führt, zentrale Texte wie die dreiteilige Aufsatzreihe "Über den Inhalt des Sozialismus" oder "Die revolutionäre Bewegung im modernen Kapitalismus", die zu Klassikern libertärer Gesellschaftskritik und politischen Denkens geworden sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2008

Joseph Hanimann begrüßt diese Ausgabe von drei, aus den 1950er Jahren stammenden Schriften über den "Inhalt des Sozialismus" von Cornelius Castoriadis. Der vor zehn Jahren verstorbene Sozialphilosoph ist in seinen Augen einer der wenigen Autoren, deren fünfzig Jahre alte Programmschriften über den Sozialismus heute noch von Interesse sind. Er berichtet über die Rezeption Castoriadis', die ihm paradox erscheint, weil man den Autor meist auf seine frühe Sowjetkritik und auf sein 1975 erschienenes Hauptwerk "Gesellschaft als imaginäre Institution" festlegt, dabei aber übersieht, dass sein ganzes Werk eine Denkbewegung darstellt, die dem gesellschaftlichen Entwicklungsprozess und der permanenten gesellschaftlichen Neuerfindung folgt. Dementsprechend findet Hanimann in vorliegenden Texten eine kritische Auseinandersetzung mit dem Marxismus, der das Projekt der Demokratie verkürzt und einseitig ausgelegt habe. Das Ziel des Autors sieht er in der Konzipierung eines emanzipatorisches Modells, das die Entwicklung der gesamten Gesellschaft begreift. Die Lektüre verdeutlicht für ihn nicht zuletzt, "dass unser real existierender Kapitalismus auch kein Endstadium sein kann".
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