Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2007
Überzeugend findet Wigbert Benz diesen von Dieter Deiseroth herausgegebenen Band, der Beiträge zum Reichstagsbrand im Februar 1933 und anschließendem Prozess versammelt. Der Brand diente dem NS-Regime als Vorwand für die Verhaftung Tausender Gegner und die Außer-Kraft-Setzung der Grundrechte. Benz erinnert daran, dass die Forschung bis Ende der 50er Jahre davon ausging, der Brand sei von Leuten aus dem NS-Umfeld gelegt worden. Mit Fritz Tobias' Serie im "Spiegel" und seinem Buch von 1962 habe sich dann die These von der Einzeltäterschaft des holländischen Anarcho-Sozialisten Marinus van der Lubbe durchgesetzt. Demgegenüber unterstreicht Benz die in diesem Band vorgelegten Forschungsergebnisse des Historikers Alexander Bahar und des Publizisten Hersch Fischler, die auf die Manipulation von Quellen bei Tobias verweisen und die These vom Alleintäter van der Lubbes "schwer" erschüttern. Instruktiv scheint ihm insbesondere Bahars Analyse des Kontexts der "Spiegel"-Serie zum Reichstagsbrand. Lobend erwähnt er auch den Beitrag des Historikers Hermann Graml, der sowohl an der Alleintäterschaft van der Lubbes als auch an der Auffassung, die Nazis seien die Täter gewesen, skeptisch betrachtet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2007
Überzeugend findet Wigbert Benz diesen von Dieter Deiseroth herausgegebenen Band, der Beiträge zum Reichstagsbrand im Februar 1933 und anschließendem Prozess versammelt. Der Brand diente dem NS-Regime als Vorwand für die Verhaftung Tausender Gegner und die Außer-Kraft-Setzung der Grundrechte. Benz erinnert daran, dass die Forschung bis Ende der 50er Jahre davon ausging, der Brand sei von Leuten aus dem NS-Umfeld gelegt worden. Mit Fritz Tobias' Serie im "Spiegel" und seinem Buch von 1962 habe sich dann die These von der Einzeltäterschaft des holländischen Anarcho-Sozialisten Marinus van der Lubbe durchgesetzt. Demgegenüber unterstreicht Benz die in diesem Band vorgelegten Forschungsergebnisse des Historikers Alexander Bahar und des Publizisten Hersch Fischler, die auf die Manipulation von Quellen bei Tobias verweisen und die These vom Alleintäter van der Lubbes "schwer" erschüttern. Instruktiv scheint ihm insbesondere Bahars Analyse des Kontexts der "Spiegel"-Serie zum Reichstagsbrand. Lobend erwähnt er auch den Beitrag des Historikers Hermann Graml, der sowohl an der Alleintäterschaft von der Lubbes als auch an der Auffassung zweifelt, die Nazis seien die Täter gewesen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…