Ein kleines rotes Buch

Die Mao-Bibel und die Bücher-Revolution der Sechzigerjahre
Cover: Ein kleines rotes Buch
Matthes und Seitz, Berlin 2018
ISBN 9783957574701
Gebunden, 240 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Anke Jaspers, Claudia Michalski und Morton Paul. 1967 erschienen die Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung zum ersten Mal auf Deutsch. Im Sog der politischen Ereignisse und der Studentenbewegung wurde das "Rote Buch" mit den zusammengestellten Sinnsprüchen und Parolen des chinesischen Revolutionärs schnell zum Kultobjekt, das als Signalzeichen für eine rebellische Haltung auf Demonstrationen, in Filmen und auf Magazinfotos auftauchte. Doch wurde das Buch auch gelesen oder nur geschwenkt ? Diese Anthologie schildert die Entwicklung der "Mao-Bibel" zum ultimativen revolutionären Accessoire : Dabei wirft sie einen prüfenden Blick auf damalige Lesepraktiken, analysiert den bekannten roten Kunststoffeinband, befragt den Filmemacher Harun Farocki zu seinen Lektüreerlebnissen und beleuchtet die Inszenierungsweisen des roten Bändchens in der Protest- und Popkultur. So wird anhand des ikonischen Artefakts deutlich, wie fließend die Grenzen zwischen Politik und kultureller Repräsentation seit jeher waren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2018

Rezensent Burkhard Müller erfährt aus dem von Anke Jaspers, Claudia Michalski und Morten Paul herausgegebenen Band etwas über die doppelte Geschichte der Mao-Bibel, ihre Verwendung in Ost und West. Das Buch, das laut Müller auf eine Veranstaltung im Marbacher Literaturarchiv zurückgeht, stellt die Frage nach Lektürepraktiken und lässt Harun Farocki oder auch Reinhart Kosselleck dazu zu Wort kommen. Anekdoten über den Umgang des Verfassungsschutzes mit dem roten Büchlein, bietet der Band auch, mitunter verpackt in staubtrockene Ironie, meint der Rezensent.

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