Eine CD mit 61 Minuten Laufzeit. Als Herwarth Walden, der Herausgeber der literarischen Zeitschrift "Der Sturm", im Herbst 1911 nach Norwegen reist, schickt ihm seine Frau Else Lasker-Schüler Briefe hinterher. Darin erzählt sie ihm von ihrer Liebe zu drei anderen Männern. Das Pikante: Sie lässt die Briefe gleichzeitig im "Sturm" abdrucken. Das macht so eine Furore, dass Lasker-Schüler auch noch weiterschreibt, als ihr Ehemann wieder zuhause ist - und die Ehe allmählich zerbricht. Der Briefroman "Mein Herz" gilt als Schlüsselroman der Berliner Moderne und entwirft ein atemberaubendes Bild der "kreisenden Weltfabrik" Berlin am Vorabend des Ersten Weltkrieges.
Else Lasker-Schülers Briefe an ihren Mann Herwarth Walden waren ehedem, 1911 in Berlin, eine großartige Provokation, weiß Alexander Cammann. Die Dichterin berichtete ihrem Mann den Klatsch und Tratsch der Boheme, schlüpfrige Details inklusive, wenn sie auch zuweilen Personen hinter Spitznamen verbarg, und veröffentlichte die Briefe in der berühmten Zeitschrift ihres Mannes, "Der Sturm", erklärt der Rezensent. Später machte Lasker-Schüler sogar ein Buch daraus, "Mein Herz", das jetzt als schönes, kleines Hörspiel erschienen ist, freut sich Cammann.
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