Aus dem Französischen von Thomas Laux. Dieser Band ist die erste Komplettübersetzung der französischen Ausgabe, in der 1988 unter dem Titel "Monsieur Thorpe" gesammelte Erzählungen Boves aus verschiedenen Schaffensphasen und aus dem Nachlass veröffentlicht wurden. Und auch in diesen Geschichten bewährt sich Bove als glänzender Psychologe, der mit einem ganz eigenen Humor Verschränkungen und Widersprüche freilegt. Dabei begegnet man überwiegend jungen Männern, die glauben, souverän zu handeln, sich dann aber in geradezu grotesker Weise in den Fallstricken des eigenen Begehrens verheddern. Die Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht zeitigen ein denkwürdiges Kuriosum: das gekonnte Sichhineinversetzen in das Denken des Gegenübers verschafft keinerlei Vorteil. Im Gegenteil: die vermeintliche Gabe wird zum größten Hindernis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2013
Klassiker der Moderne, dieses Label passt laut Ingeborg Waldinger gut auf Emmanuel Bove. Der Band bietet Waldinger einen Querschnitt durch das erzählerische Werk Boves, hier in "feinsinniger" Übersetzung von Thomas Laux. Traurige, abgebrannte Helden, eine subtile wie radikale Seelenschau und ein lapidarer sprachlicher Gestus, das sind für Waldinger Markenzeichen des Autors, dessen "hochpoetischer" Kosmos sich ihr mit diesem Band erschließt
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2013
Eine Menge Gründe, Emmanuel Bove zu lesen, weiß Niklas Bender nicht erst seit der Lektüre dieses im Lilienfeld Verlag erscheinenden, von Thomas Laux übersetzten Bandes mit Geschichten aus allen Schaffensphasen des Autors. Dass Bove trotz aller Modernität und trotz des seines unbestreitbaren literarischen Rangs noch immer ein Nischendasein führt, führt Bender darauf zurück, dass seine Antihelden und seine Geschichten ein bisschen von allem haben, ein bisschen Beckett, ein bisschen Gide, ein bisschen Dostojewski. Tatsächlich entdeckt Bender hier auch berührende Liebesgeschichten neben untergründigen Erkundungen der moralisch schillernden menschlichen Psyche. Immer aber, so versichert er, liest sich das spannend, vergnüglich und als Erkundung wichtiger Entwicklungslinien des modernen Erzählens.
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