Erling Kagge

Große Kunst für kleines Geld

Eine Anleitung
Cover: Große Kunst für kleines Geld
Insel Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783458178194
Gebunden, 200 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Mit vielen Abbildungen. Aus dem Englischen von Moritz Müller-Schwefe. Vor dreißig Jahren hat Erling Kagge seine erste Kunst gekauft. Eine signierte und nummerierte Litografie, die ein bisschen nach Edvard Munch aussah. Die porträtierte Schwarzhaarige erinnerte ihn an seine erste Freundin. Und weil er nicht viel Geld dabei hatte, tauschte er das Kunstwerk gegen zwei Flaschen Bordeaux ein. "Die Flaschen leerten wir noch am gleichen Abend. Den Druck habe ich immer noch." Dessen Wert ist in all den Jahren nicht gestiegen - anders als bei der "Surfing Nurse" des amerikanischen Malers Richard Prince, einem Bild, das Kagge in einer New Yorker Galerie entdeckte und für 50.000 Dollar kaufte. Er hätte es gerne behalten, aber dann sah er, dass "alle reichen Russen, Chinesen und Afrikaner unbedingt auch Richard Prince haben wollten",  also verkaufte er das Bild vier Jahre später für das Hundertfache.
Ja, man kann sehr viel Geld auf dem Kunstmarkt ausgeben und erlösen, man muss aber nicht, sagt Kagge. Wer neugierig bleibt, seinem Urteil traut, eine gute Portion Geschmack mitbringt, sich Trends widersetzt und ein bisschen Glück hat, kann auch als Einsteiger zum erfolgreichen Sammler werden. Genau wie Erling Kagge. Sein anekdotenreicher Wegweiser liefert erhellende Einblicke in den Kunstbetrieb. Er zeigt, dass nicht der Smalltalk auf der nächsten Party, sondern der lange und manchmal abenteuerliche Weg durch die Welt der Kunst das eigene Kunstverständnis prägt - und zu einer ganz persönlichen Sammlung führt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.09.2019

Rezensentin Eva Hepper empfand Erling Kagges Ratgeber zwar als spannenden Expeditionsbericht eines Reiseliebhabers auf den verschlungenen Pfaden der Kunstwelt, aber an finanziell eingeschränkte Leser richtet sich der passionierte Sammler definitiv nicht, warnt sie: Alles, was er erwirbt und mit viel Gewinn weiterverkauft, setzt schon ein beträchtliches Startkapital voraus, erklärt die Kritikerin. Zwar biete Kagge Einblick in den faszinierenden Kunstmarkt und dessen Eigengesetzlichkeit, auch weise das Buch Fotografien von etlichen Sammlerstücken auf, aber es tauge mit Sicherheit nicht als Ratgeber für jedermann. Auch bemängelt Hepper das Fehlen jeglicher kritischen Reflexion des Kunstbetriebs.

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