Die Hauptakteure des Kunstsystems Sammler, Kunsthistoriker und Künstler haben eines gemein: Sie alle sind hyperimage -Bildner. In Ausstellungen, illustrierten Kunstbüchern und im Unterricht werden Bilder oder ihre fotografischen Reproduktionen als kalkulierte Ensembles mit eigener Bedeutung arrangiert. Für deren Untersuchung ist die Kunstgeschichte bislang kaum gerüstet. Felix Thürlemann entwirft eine Theorie dieser besonderen Form des pluralen Bildgebrauchs, die charakteristisch ist für den Umgang der westlichen Kultur mit dem Bild. Jede Zusammenstellung von Bildwerken zu einem größeren Ganzen kommt, dies ist die Hauptthese des Buches, einer Deutung und ästhetischen Wertung der beteiligten Werke gleich. Da die hyperimages nicht auf Dauer gestellt sind, erweist sich ihr Studium als wichtige, bislang vernachlässigte Quelle für die wechselnden historischen Konzepte von Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2014
Dass kein Bild jemals für sich allein steht, erfährt Anne Kohlick bei der Lektüre von Felix Thürlemanns alternativer Kunstgeschichte. Wenn der Autor sein Konzept des hyperimage, also die von Künstlern, Sammlern und Kunsthistorikern etwa für Ausstellungen kreierten Bildzusammenstellungen, durch die Geschichte der Kunst seit dem 17. Jahrhundert bis heute zu erläutern sucht, geht Kohlick ein Licht auf. Nicht nur erkennt sie dank Thürlemanns müheloser wie ansprechender Führung die neue Einheit in der Addition autonomer Bilder. Auch über das Kunst- und Werkverständnis von Künstlern und Kunsthistorikern wie Picasso, Wolfgang Tillmans, Aby Warburg und Andre Malraux gibt ihr der Band Aufschluss.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.02.2014
Georg Imdahl lässt sich vom Konstanzer Kunsthistoriker Felix Thürlemann die Kunstgeschichte neu erklären. Das von Thürlemann in seiner Studie dargebotene Plädoyer für ein methodisches Vorgehen, das Zusammenhänge von Kunstwerken stärker beachtet, Bildsysteme erkennt, leuchtet ihm ein. Zumal dem Autor offenbar nicht einfach der wuchernde Hypertext vorschwebt, sondern ein immer wieder neu zu arrangierendes Miteinander von ausgewähltem Bildmaterial, das immer neue Bedeutungen generiert. Eine schöne Aufgabe für Ausstellungsmacher, findet Imdahl. Und methodisch gut instrumentalisierbar dazu, wie ihm Thürlemann anhand kulturhistorischer Ansätze bei Wölfflin, Warburg und Malraux zeigen kann.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…