Helden
Roman

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2024
ISBN
9783462000979
Gebunden, 1040 Seiten, 36,00
EUR
Klappentext
In seinem neuen Roman "Helden", der "Tod und Teufel" fortsetzt, zeichnet Frank Schätzing das Bild einer abendländischen Gesellschaft im Umbruch. Vor dem Hintergrund gewaltiger Umwälzungen, in denen bereits die Renaissance und die Neuzeit aufscheinen, im ewigen Spannungsfeld von Macht und Moral, schickt Schätzing seinen Helden Jacop auf einen Höllenritt durch die Geschichte.1263: Jacop der Fuchs steckt in Schwierigkeiten. Und zwar gewaltig, so wie vor drei Jahren, als er in eine Intrige Kölner Patrizier geriet und nur knapp dem Tod entging.Danach hat sein Schicksal eine vielversprechende Wendung genommen. Er wurde ehrbar, vom Dieb zum Kaufmannslehrling. Doch wieder muss er um sein Leben laufen, kämpfen, schwimmen… gejagt von Geistern der Vergangenheit, schottischen Söldnern und der furchteinflößenden Blonden Hexe. Hineingeworfen in einen Sturm, der ganz Europa erfasst, ausgelöst durch englische Barone, die nichts Geringeres planen, als ihren König zu entmachten und die absolute Monarchie abzuschaffen.Was ist schiefgegangen? Wäre Jacop bloß in Köln geblieben, bei seinen Freunden. Doch auch da spitzen sich die Machtkämpfe dramatisch zu…
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.10.2024
Frank Schätzing erweist sich auch in seinem neuen Buch als ein Verrückter im besten Sinne, jubelt Rezensent Gerhard Matzig. Diesmal hat er einen historischen Roman geschrieben, erfahren wir, er spielt im Köln des 13. Jahrhunderts. Matzig zählt eine ganze Reihe von Themen und Figuren auf, die in dem Buch vorkommen, es geht um Kultur und Barbarei, um die Monarchie und ihr drohendes Ende, es wirken unter anderem Gestalten namens Pfeffersack Kunibert sowie Godric Wick mit, Armbrustmörder und Geister noch dazu. Das Buch setzt die Geschichte aus Schätzings "Tod und Teufel" fort, erläutert Matzig, den vor allem die Akribie begeistert, mit der der Autor bei der Konstruktion seiner Welt zugange ist. Der Bau des Kölner Doms wird thematisiert, erfahren wir in der etwas mäandernden Besprechung, gelegentlich wird für Matzigs Geschmack etwas zu viel über Physik doziert und zu wenig die Handlung vorangetrieben. Dennoch gefällt dem Rezensenten, wie hier die Vergangenheit mit der Gegenwart korrespondiert, unter anderem identifiziert Matzig Parallelen zu Trump und auch zum deutschen West-Ost-Konflikt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2024
Der hier rezensierende Literaturwissenschaftler Markus Steinmayr widmet dem neuen Historienroman von Frank Schätzung nicht nur eine Analyse unter den Gesichtspunkten von Moritz Baßlers Begriff des "populären Realismus", sondern in Folge auch eine hymnische Besprechung. In dem monumentalen Roman, der an Schätzings 1995 erschienenen Roman "Tod und Teufel" anschließt, begegnet dem Kritiker erneut Held Jacop, ein Bildungsaufsteiger, der im 13. Jahrhundert von Köln aus durch London, Paris, Troyes und Brügge reist und Zeuge eines Schiffsunglücks wird: Eine Gruppe Kölner Patrizier ist mit einer Menge Gold und englischen Rebellen unterwegs. Warum funktioniert das so gut, fragt sich Steinmayr. Hier kommt Baßler ins Spiel: Serielles Erzählen, Cliffhanger und eine Menge Fragen direkt zum Einstieg des Romans bannen den Leser von der ersten Seite an, eine Vielzahl von Personen und Perspektivwechseln sorgt für Schwung, dazu gelingt es Schätzing, sein "Wimmelbild" des mittelalterlichen Kölns mit derart vielen Themen aktueller Gegenwartsdebatten anzureichern, so dass sich auch die zeitgenössische Leserin stets wiederfinden kann, erläutert der Rezensent. Jene Wiedererkennbarkeit markiert Schätzing zudem durch popkulturelle Bezüge zur Gegenwart, die Figur des Autodidakten wäre hier ebenso zu nennen wie etwa versteckte Hinweise, etwa auf David Bowies Song "Heroes", oder die Serie "Games of Thrones", lernen wir. Für Steinmayr ein Leseerlebnis, das ihm schon jetzt Vorfreude auf die Fortsetzung beschert.