Aus dem Französischen von Eugen Helmle. In einer verstörenden Erzählung verdichten sich Perecs Kindheitsfantasien von der utopischen Insel W, auf der das ganze Leben dem Sport gewidmet ist, mit den Erinnerungen an den Holocaust und den frühen Verlust der Eltern zu einer alptraumhaften Vision, die niemanden unberührt lässt. Zwei Erzählungen, die sich überkreuzen, verschränken und schließlich in einem fulminanten Crescendo ineinander übergehen, prägen den Aufbau des Buches: die Phantasiewelt, die sich Perec als 13-jähriger Junge erfand, und ein autobiografischer Bericht, der eine chronologische Familiengeschichte nachzuzeichnen versucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2012
In Georges Perecs autofiktionaler Erzählung verarbeitet der Autor laut Katharina Teutsch die Reste der Erinnerungen an seine jüdische Herkunft. Beim Hinabsteigen in die Vergangenheit entdeckt der Autor auf Feuerland eine Art kindliches Utopia, W, dessen Bewohner sich ganz dem Sport verschrieben haben. Wie Perec Kindheitserinnerungen und das Leben in W., das er ethnografisch präzise schildert, wie Teutsch erklärt, verbindet, scheint ihr Sinn zu machen. Vor den Augen der Rezensentin entpuppt sich W. als Straflager, entsteht eine Parabel auf den Nationalsozialismus, den der Autor verdrängt hatte, und eine berührende "verklausulierte" jüdische Biografie im 20. Jahrhundert.
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