Mit diesem Buch legt Günter Figal eine systematisch ausgearbeitete Ästhetik vor. Er erörtert die Kunst als ganze und berücksichtigt nicht nur bildende Kunst, Dichtung und Musik, sondern ebenso Künste wie Tanz, Keramik, Gartenkunst und Architektur. Das Buch ist phänomenologisch im strengen Sinne. Es nimmt die Grundlegung der Phänomenologie durch Husserl auf, um sie in der phänomenologischen Reformulierung der von Kant her verstandenen Ästhetik neu zu bedenken. Um das Wesen der Kunst zu bestimmen, bezieht sich Figal immer wieder auf einzelne Kunstwerke. Aus deren Erfahrung und Beschreibung ergeben sich die für das Verständnis der Kunst leitenden Begriffe. Dabei ist "Erscheinungsdinge" eine Auseinandersetzung mit der Tradition der Kunstphilosophie. Es macht die besondere Erschließungskraft von Kunstwerken deutlich. So hat Figals Konzeption auch Konsequenzen für das alltägliche Selbstverständnis. Er zeigt, wie das menschliche Leben durch die Kunstwerke als bedingtes Leben inmitten der Dinge erfahrbar wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2011
Der Freiburger Philosoph und Vorsitzende der Heidegger-Gesellschaft Günter Figal will sich mit diesem Buch jenseits postmoderner Semiotik und moderner Provokation wieder auf das "Kunsterlebnis selbst" besinnen, erklärt Rezensent Alf Christophersen. Das Kunstwerk ist bei Figal ein "Erscheinungsding", das zur Einnahme einer besonderen Haltung auffordere, so Christophersen. Erfahrbar, aber nicht ergründbar sei die Kunst, dabei allerdings gleichzeitig von einer Aufdringlichkeit, ja "Aggressivität", die umso mehr zur Reflexion nötige. Und in seiner "Unverborgenheit" sei das ästhetische Phänomen Wahrheit, resümiert der Rezensent. Hier allerdings setzt auch Christophersens Kritik an: Etwas "zu harmonistisch" ist ihm Figals Kunstauffassung, da sie jene Kunstwerke ignoriere, die jedweden Begriff von Schönheit konterkarieren und so etwas wie Wahrheit ad absurdum führen. Etwas mehr "Geistesakrobatik" a la Kant wäre nach Auffassung Christophersens vonnöten gewesen, um dem Kunstwerk als Phänomen gerecht zu werden.
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