Adolf Eichmann, der die Vernichtung der europäischen Juden organisierte, setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso nach Argentinien ab wie Josef Mengele, der KZ-Arzt von Auschwitz. Hunderte NS-Verbrecher taten es ihnen gleich. Warum suchten sie gerade in Argentinien einen sicheren Hafen? Wieso wurde das Land für viele von ihnen zu einer neuen Heimat? Was sind die Gründe dafür, dass sie oft unentdeckt blieben? Hannes Bahrmann zeigt, dass Argentinien geradezu ideale Voraussetzungen für Verantwortliche des NS-Regimes bot. Wichtige Eckpunkte sind dabei: der Genozid an der indigenen Bevölkerung und die gezielte Besiedlung mit einer "weißen Rasse" im 19. Jahrhundert, weitreichende Verflechtungen von argentinischem und deutschem Militär in der Weimarer Republik, die Präsenz von Nazi Organisationen während des Dritten Reichs sowie die Modernisierungsbestrebungen von Staatspräsident Juan Domingo Perón nach 1945.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2021
Rezensent Tim Niendorf empfiehlt das Buch des Lateinamerikanisten Hannes Bahrmann. Zu lernen ist vom Autor laut Niendorf, was Argentinien für NS-Verbrecher nach dem Krieg zum "gelobten Land" machte, welche Rollen Peron und seine Weltmachtgedanken und die Geschichte des Rassismus gegen die indigene Bevölkerung im Land dabei spielten. Detailfreudig legt der Autor laut Niendorf sein tiefreichendes Wissen dar, mitunter zu detailfreudig, sodass der Rezensent vor lauter Namen und Aspekten den Überblick zu verlieren droht. Kapiteleinleitungen und informative Abbildungen geben ihm Orientierung. Das Kapitel über die "Rattenlinien" möchte Niendorf besonders empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.08.2021
Rezensent Marko Martin erfährt aus Hannes Bahrmanns "ungemein lesbarem" Buch, was es mit Mythen über Hitler in Patagonien auf sich hat. Vor allem aber zeichnet ihm der Autor "faktenbeglaubigt" versiert nach, warum Argentinien sich als Fluchtziel für deutsche Nationalsozialisten so gut eignete und welche Rolle Peron dabei spielte. Der argentinische Antisemitismus kommt dabei ebenso zur Sprache, erklärt Martin, wie andere Zutaten der argentinischen Geschichte. Dass der Peronismus heute wieder sehr populär ist, vermittelt das wohl recherchierte Buch dem Rezensenten außerdem.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…