Hans-Peter Kunisch

Todtnauberg

Die Geschichte von Paul Celan, Martin Heidegger und ihrer unmöglichen Begegnung
Cover: Todtnauberg
dtv, München 2020
ISBN 9783423282291
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ein langjähriger Antisemit und der einzige Holocaust-Überlebende seiner Familie: Drei Mal begegneten sich Paul Celan und Martin Heidegger, zu Spaziergängen, zum Kaffee, zu Gesprächen. Was verband einen der wirkungsmächtigsten deutschen Philosophen und den bedeutendsten jüdischen Lyriker deutscher Sprache im 20. Jahrhundert, der dem ersten Treffen eines seiner bekanntesten Gedichte widmete: "Todtnauberg"? Diese drei Begegnungen sind in der deutschen Geistesgeschichte einzigartig. Hans-Peter Kunisch erzählt sie so  anschaulich, wie dies erst neue Recherchen und Quellen möglich machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2020

Rezensent Dieter Thomä macht Hans-Peter Kunischs Buch über Martin Heidegger und Paul Celan neugierig. Was verbirgt sich hinter der Begegnung der beiden im Juli 1967? Nichts Genaues weiß man nicht, sieht Thomä ein und bescheidet sich mit Kunischs vorsichtig fragenden Annäherungen, mit seiner kenntnisreichen Nachzeichnung der Vor- und Nachgeschichte des Treffens sowie seiner Komposition aus Verbürgtem und Erdachtem. Dass der Autor immer wieder in die Köpfe der beiden zu schauen versucht und fremde Deutungen von Bollack, Böttiger u.a. einfließen lässt, wirkt auf Thomä "nie gekünstelt" und wohl dosiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.04.2020

Rezensent Harro Zimmermann erfährt aus Hans-Peter Kunischs Studie Wissenswertes über die Geschichte der Begegnung zwischen Martin Heidegger und Paul Celan. Dass das Treffen der beiden misslingen musste, erscheint ihm beim Lesen von Kunischs Rechercheergebnissen geradezu logisch. Kunischs "akribische" Untersuchung lässt laut Rezensent den fundamentalen Widerspruch zwischen beiden erkennen und führt dem Leser ein "Sinnbild aus der Historie deutscher Vergangenheitsbewältigung" vor Augen. Gerade aus heutiger Sicht scheint das Dichter-Denker-Rendezvous Zimmermann besonderer Aufmerksamkeit wert.

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