Rauchschatten ist eine Suche nach dem, was wir aus der Vergangenheit mitnehmen, von dem wir uns nicht trennen wollen oder können. Ein heranwachsender Junge blickt auf das kommunistische System in Albanien der Achtzigerjahre. Während in den Fabriken die Lehren des Marxismus-Leninismus heiß diskutiert werden, drehen sich die Gedanken des Kindes hauptsächlich um die Figuren seiner Lieblingszeichentrickfilme. Deren besondere Kräfte erwecken Wünsche und Hoffnungen, die als einziges Ziel die Welt jenseits der grauen Adria kennen. Eine Welt voller Farben. Doch aus eben dieser Welt erreicht ihn eine Nachricht über ein anderes Kind, das in einen Schacht gestürzt ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2011
Daniela Strigl hat das seltene Glück beim Schopf gepackt und einen Albanien stammenden, in Wien lebenden Autor auf das Etikett Immigrantenliteratur hin überprüft, und siehe da: Der Autor hat das Zeug zu mehr. In Ilir Ferras Roman kommt die balkanische Welt, die deutsche Leser erwarten, auch vor, nur belässt es der Autor nicht bei Folklore, wie Strigl erfreut feststellt. In bildreicher, sinnlicher Sprache breitet er die Strigl sichtlich zu Herzen gehende Geschichte einer albanischen Familie aus, eine gefährliche Welt dies, unter Hodscha, meint Strigl. Lethargie, Zorn, Isolation bilden hier ein laut Rezensentin wichtiges Gegengewicht zu Raki, Rauch und pittoresken Flüche.
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