Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz, Karsten Petersen und Thorsten Schmidt. Mit Schwarzweiß-Abbildungen. Als die US-Großbank Lehman Brothers im September 2008 zusammenbrach, war dies der Tiefpunkt der Banken- und Finanzkrise. Und obwohl der totale Kollaps der Weltwirtschaft damals verhindert wurde, ist die Finanzkrise noch lange nicht Geschichte, wie der britische Historiker Adam Tooze zeigt. Er schildert, wie es zu dieser Krise der Finanzmärkte kam und welche dramatischen Folgen sie bis heute hat. Denn nicht nur ist durch die Finanzkrise die Stabilität Europas ins Wanken geraten, sie hat auch das Vertrauen in die Kraft der globalen Wirtschaftsordnung erschüttert - und so zum Aufstieg der Populisten beigetragen.
Ulrike Herrmann findet das neue Buch des Wirtschaftshistorikers Adam Tooze über die Finanzkrise 2008 zwar nicht sehr originell, was neue Erkenntnisse betrifft, aber was der Autor aus Studien von Zentralbanken, Untersuchungsausschüssen und Thinktanks kompiliert, findet sie auch nicht übel, weil Tooze einen geopolitischen Ansatz bietet. Gut geschrieben, anschaulich und technisch versiert erklärt ihr der Autor, wie die Finanzmärkte von den USA bis China funktionieren und wie wenig Handlungsspielraum die EZB hatte. Dass Tooze am Ende die Euro-Krise auf 2008 zurückführt, hält Herrmann allerdings für fragwürdig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2018
Michael Hüther, Chef des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft, blickt skeptisch auf dieses Großwerk zur Finanzkrise. Wenn Adam Tooze im Kollaps der Finanzmärkte von 2008 eine Parallele zur globalen Krise vor dem Ersten Weltkrieg zieht, erklärt sich Hüther das weniger mit den tatsächlichen Begebenheiten als mit der Arbeit des Wirtschaftshistorikers, der zuvor das Buch "Die Neuordnung der Welt 1916 - 1931" verfasste. Unverständlich findet Hüther allerdings, dass Tooze zwar sehr kritisch das Wirken der deutschen Kanzlerin und ihres Finanzministers beleuchtet, aber in keiner Weise die Politik des amerikanischen Finanzministers Hank Paulson und des Notenbankchefs Ben Bernanke hinterfragt, schließlich habe sich das amerikanische System in vielfacher Hinsicht als dysfunktional erweisen. Außerdem gibt Hüther zu bedenken, dass man die Krise der Euro-Zone nicht einfach als Fortschreibung der globalen Finanzkrise begreifen könne.
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