Mit den Begriffen Gedächtnis, Geld und Gesetz wird die Diskussion um das Verhalten der Schweiz im Zweiten Weltkrieg in einen größeren historischen und theoretischen Zusammenhang gestellt. In den hektischen Wendungen der öffentlichen Auseinandersetzung wird oft vergessen, wie sehr das Geld beziehungsweise die Geldmetaphorik Geschichtsbilder dominiert und wie stark die sogenannte Vergangenheitsbewältigung in den Sog der Verrechtlichung geraten ist. Der Sammelband stellt diese Vorgänge zur Diskussion. Er geht auf die national unterschiedlichen Pathosformeln und Mythenbildungen ein, die sich im Umgang mit unabgeschlossener Geschichte zeigen und die der Gedenkpolitik ihr Gepräge geben. Die Funktion von Recht und Geld in bezug auf Krieg, Nationalsozialismus und Shoah steht dabei ebenso zur Debatte wie Verlaufsformen, Kontinuitäten und Brüche in der rechtlichen, ökonomischen und kulturellen Aufarbeitung der Vergangenheit
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2003
Der "tmn" zeichnende Rezensent stellt kurz einen Band mit 14 Beiträgen vor, die im Rahmen einer Zürcher Ringvorlesung entstanden sind. Alle Texte "verbinden Schweizer Mühen um ihre Weltkriegsgeschichte mit grundsätzlichen Fragen der Vergangenheitspolitik", schreibt der Rezensent: von der Frage nach dem "Ablauf des Holocaust", Fragen nach dem Warum und Wie, nach den Motiven der Massenmörder, der Interpretation historischer Diskurse, aber auch um die Frage nach der Schuld, die die Schweiz auf sich geladen habe und um ihren Umgang damit.
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