Aus dem Englischen von Stephan Pauli. England ist zweigeteilt, nicht erst seit dem Brexit. Auf der einen Seite der reiche, selbstzufriedene Süden, auf der andern der raue, ärmere Norden. Der Graben existiert schon seit Jahrhunderten, doch in den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen Konservativen und Liberalen gefährlich vertieft: Die eine Hälfte sehnt sich nach der vermeintlich glorreichen Vergangenheit des British Empire, die andere will Teil eines weltoffenen Europa bleiben. Für diese Gefahr gibt es laut Hawes nur eine Lösung: die Überwindung der Brüche und ein gemeinsamer Kampf um ein neues Großbritannien.
In halsbrecherischem Tempo jagt Rezensent Benjamin Dierks mit dem britischen Autor James Hawes durch zweitausend Jahre englischer Geschichte. Bei dem Galopp fliegen vor allem im ersten Teil die Ereignisse und Namen am Rezensenten nur so vorbei, aber weil sich Dierks im Sattel hält, wird er belohnt: Dierks liest hier nach, wie die Spaltung Englands von Beginn an die Geschichte des Landes bestimmte, schon Cäsar fand sie vor und auch die Normannen wussten sie sich zunutze zu machen. Die englische Elite hat sich mit Eroberern und einheimischen Herrschern immer bestens arrangiert, erfährt der Rezensent, stets auf Kosten des Nordens, und wenn das Volk Ansprüche erhob, dann wiegelte die Aristokratie es gegen die Franzosen auf, nahm ihnen die Allmende weg, kolonisierte andere Länder oder polterte gegen die EU. Dierks weiß, dass Hawes nicht die ganze Geschichte erzählt, aber durchaus einen gültigen Strang.
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