Saisonarbeit ist eine bedeutende Variable der meisten volkswirtschaftlichen Kreisläufe westlicher Industrienationen. Die Ausübung temporärer Arbeit ermöglicht unter anderem ein Nahrungssystem, an das sich die beteiligten Staaten längst gewöhnt haben: Wir alle erwarten, jederzeit frisches Obst und Gemüse kaufen zu können. Dieses Angebot stellen vor allem saisonal eingesetzte Arbeitskräfte aus dem Ausland sicher. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit dieser Arbeitskräfte mit den arbeitgebenden Landwirten? In einem Forschungsfeld, das sich zwischen Rumänien und Rheinland-Pfalz erstreckt, beleuchtet Judith Schmidt die ökonomischen Perspektiven und Lebensgeschichten beider Akteursgruppen. Deutlich wird, dass frische Nahrung nur durch ein enges Beziehungsgeflecht von wechselseitigen Abhängigkeiten auf unseren Tischen landet.
Rezensentin Ina Rottscheidt resümiert zunächst interessiert den Inhalt von Judith Schmidts Buch über Saisonarbeit. Die eigentliche Volkskundlerin, die mit dieser ethnografischen Studie voriges Jahr an der Universität Mainz ihre Promotion vollendete, hat für diese wissenschaftliche Arbeit im Mainzer Umland angestellte SaisonarbeiterInnen aus Rumänien zu Arbeitsbedingungen, Beweggründen und persönlichen Geschichten befragt, erklärt Rottscheidt. Im Text finden sich dem Genre entsprechend viele Begriffsdefinitionen und Forschungsdokumentationen, doch am interessantesten findet die Rezensentin, dass Schmidt stets einen differenzierten Blick für die Thematik beibehält. Dadurch enthält sie sich auch weitgehend einer persönlichen Wertung. Rottscheidt kann der Schlussfolgerung der Autorin nur zustimmen: Saisonarbeit ist zurzeit alternativlos, das zeigte uns vor allem die Corona Pandemie.
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