Seit Jahrzehnten dominiert in den Feuilleton-Debatten, aber auch in den Kultur- und Sozialwissenschaften die These, Risiko sei ein kulturelles Konstrukt, Risiko sei nicht messbar und der Umgang mit Risiken nicht rationalisierbar. Es ist höchste Zeit, dem etwas entgegenzusetzen. Risiko ist kein Konstrukt, sondern Realität - die Corona-Krise zeigt das mit größter Deutlichkeit.Wir müssen uns mit der Realität des Risikos auseinandersetzen: Welche Risiken sind wir bereit zu tragen? Welche nicht? Wogegen können wir uns schützen? Und um welchen Preis? Welche Werte sind uns dabei als Gesellschaft wichtig?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2021
Rezensent Burkhard Müller liest das Buch von Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld mit Gewinn, auch wenn die Pandemie die Überlegungen aus dem letzten Jahr in manchem schon eingeholt hat. Nach grundsätzlichen philosophischen und ethischen Überlegungen arbeiten die Autoren laut Müller "besonnen" heraus, was politisch in der Pandemiebekämpfung schiefgelaufen ist und wie es besser gemacht werden kann. Die vier diesbezüglichen Thesen muss Müller allerdings etwas mühsam aus einem Haufen von Wiederholungen und eigensinnigen Kapitelanfängen extrahieren.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…