In dieser rechtsphilosophischen Arbeit im Grenzbereich zur Soziologie und zur Politikwissenschaft setzt sich die Autorin mit der derzeitigen Renaissance "rechten Denkens" und dessen gleichheitskritischer Rechts- und Gerechtigkeitsauffassung in den politischen und rechtlichen Diskursen der Bundesrepublik auseinander. Sie entwickelt dabei eine anerkennungstheoretisch fundierte Theorie über die Attraktivitätsgründe dieses Denkens, welche dessen Erfolg als Resultat der Herausforderungen, Schwierigkeiten und Zumutungen moderner Anerkennungsstrukturen charakterisiert. Die Arbeit zeigt, warum und inwiefern sich gleichheitskritisches Denken - auch intellektuell - keineswegs erledigt hat. Somit greift die Arbeit sozialwissenschaftliche Diskurse darüber auf, warum Menschen denken, wie sie denken, und verknüpft sie mit jenen über die Bedingungen der intersubjektiven Selbstbildung in der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2015
Michael Pawlik sieht Julika Rosenstocks Versuch, Programme der NPD und des Kampfbundes Deutscher Sozialisten unter dem Stichwort der Gleichheitskritik mit den Arbeiten konservativer Staatsrechtsdenker wie Josef Isensee und Otto Depenheuer zusammenzudenken als gescheitert an. Zwar kann ihm die Autorin die Mondernität des Rechtradikalismus nachweisen, die Parallelisierung mit konservativem Staatsrechtsgedanken aber misslingt. Zu grob geschnitzt scheint Pawlik Rosenstocks Deutung, falsch gar findet er ihren Beurteilungsmaßstab für die von der Autorin herangezogenen Diskussionen.
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