Herausgegeben von Karl H. L. Welker. Justus Möser (1720-1794) gehört zu den wichtigsten deutschen Staatsdenkern des 18. Jahrhunderts. Vor allem als Kritiker der egalitären Naturrechtslehre seiner Zeit und Fürsprecher der historisch gewachsenen politischen Rechte und Privilegien der Stände steht er am Übergang von der Aufklärung zum Historismus. Der juristische Praktiker, der im heimatlichen Fürstbistum Osnabrück zahlreiche öffentliche Ämter bekleidete, hat ein umfangreiches Oeuvre vorgelegt, aus dem der vorliegende Band eine Auswahl der wichtigsten Texte zum Staatsrecht trifft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2002
Als "lohnende Wiederentdeckung eines deutschen Aufklärers" begrüßt Rezensent Hans-Christoff Kraus den von Karl H. L. Welker herausgegebenen Band, der einige der wichtigsten politischen und juristischen Schriften von Justus Möser versammelt. Möser (1720-1794) war nicht nur ein typisch deutscher Politiker und Intellektueller seiner Zeit, erläutert Kraus, "sondern auch eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten der Spätaufklärung, dessen geistige Wirkungen bis heute spürbar sind". Als Staatsdenker, der aus der Praxis kam, schrieb Möser ausschließlich für die Praxis, berichtet Kraus, er wollte seine Leser belehren, als Schriftsteller und Publizist politisch wirken, und so in die politische Wirklichkeit eingreifen. Kraus stimmt mit dem Herausgeber Welker überein, der Mösers beeindruckendes Geschick, "Politik und Recht zusammenzudenken" hervorhebt. Den ausgewählten Texten hat Welker Handschriften und Drucke zugrunde gelegt, so dass man hier den "Ur-Möser" studieren und manchen Blick in Mösers Werkstatt werfen kann, freut sich Kraus. Insgesamt lasse der Band etwas von jener Faszination erahnen, die einst von Justus Möser ausgegangen ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2002
Dem Rezensent gefällt Mösers Humor, der sich in barockem Deutsch den Lebenssäften, Nahrungsgeistern, Verdauungswegen und der "stuffenweisen Läuterung" widmet. Ein Beispiel für Mösers "wohldosierte Mischung" aus Klatsch, historischen Anspielungen und staats- und wirtschaftspolitischen Ideen, die in der vorliegenden Auswahl in "Appetithäppchen" serviert wird, wie Albrecht Cordes formuliert. Denn zu 90 Prozent handele es sich bei dieser Auswahl um Artikel für sogenannte Intelligenz-Blätter des aufgeklärten Osnabrücker Bildungsbürgertums, in denen der Autor Themen wie Leibeigenschaft, bäuerliche Bodenrechte oder die Zulassung ausländischer ambulanter Händler diskutierte - zum Teil in Form von fiktiven kontroversen Diskussionen, was Cordes sehr beeindruckt. Möser (1720 - 1794), erklärt Cordes , sei ein bekannter Rechtswissenschaftler seiner Zeit gewesen und zugleich ein Lokalpatriot und Heimatkundler, was ihn immer ein wenig zwiespältig erschienen ließ. Zu Recht nähme aber Herausgeber Welker seinen Protagonisten gegen den Vorwurf des Provinzialismus in Schutz, er sieht ihn eher an der Schwelle des Historismus. Cordes bedauert allerdings, dass Welker in der Kommentierung mit seinem Hintergrundwissen geizt, so dass viele Artikel für Laien nur bedingt genießbar sind.
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