Herausgegeben von Hans Maier, nach der Textfassung von Kurt Rainer Meist. Hegels Verfassungsschrift war lange Zeit ein Stiefkind der Forschung. Dabei ist dieser zu Hegels Lebzeiten nie veröffentlichte Text ein wahres Ideen-Laboratorium: eine Fülle von Elementen des Hegelschen Staats-, Rechts- und Geschichtsdenkens findet sich hier in verhältnismäßig lockerem Aggregatzustand - spielerisch entfaltet im Rahmen einer Flugschrift (oder Denkschrift). Die mustergültige Textgestalt der Schrift beruht auf der Edition von Kurt R. Meist im Rahmen der historisch-kritischen Ausgabe der Gesammelten Werke Hegels durch die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften. Hans Maier ordnet in seinem Nachwort die Verfassungsschrift in den historischen Kontext ihrer Entstehung und in das philosophische Werk Hegels ein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2003
Nachdenklich hat Rezensent Albrecht Cordes dieser Band gemacht, in dem -zweihundert Jahre nach seinem Entstehen der Druck eines Textes Hegels über die Verfassung des Alten Reiches nachgeholt wird. Cordes zufolge geht es darin um die "Spannung zwischen Staat und einer modernen Staatsbildung im Wege stehenden 'alten deutschen Freiheit'", von welcher der Rezensent Hegel dennoch mit Respekt sprechen sieht. Doch betrachtet Cordes seinen Versuch, das Buch einfach von vorne nach hinten durchzulesen, bald als gescheitert. Es klingt ein schüchtern vorgetragener Vorwurf an die Herausgeber an, dass sie den Leser nicht besser durch diese "Baustelle von Hegels Staatsdenken" hindurchgelenkt haben, beispielsweise in dem sie die Fragmente zu einem zusammenhängenden Text kombinierten. Man müsse schon viel Zeit haben und masochistisch veranlagt sein, um sich allein durch Reiner Meists siebzigseitige Erklärung der Textedition samt ihrer Badwurmsätze zu "quälen". Gott sei dank fand der Rezensent dann wenigstens im zwanzigseitigen Nachwort Hans Maiers Hegels Gedanken systematisiert und "eine Auswahl von charakteristischen Fundstellen" zitiert. Erschwert wurde dieser Zugang dann allerdings wieder durch ein unübersichtliches Layout der Seite, das die Suche der Stellen im Text zu einer umständlichen Angelegenheit machte. Auch wenn Cordes der Meinung ist, dass dieser Band dem Leser den Zugang zu seinem Inhalt hätte erleichtern müssen, befindet er zum Schluss, dass sich die Mühe der Einarbeitung in das schwierige Buch lohnt.
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