Klaus Dörre

Die Utopie des Sozialismus

Kompass für eine Nachhaltigkeitsrevolution
Cover: Die Utopie des Sozialismus
Matthes und Seitz, Berlin 2021
ISBN 9783751803281
Kartoniert, 345 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Nachhaltig kann eine Gesellschaft nur sein, wenn sie den Zwang zu immer neuen Landnahmen bricht, der im kapitalistischen Besitz als Strukturprinzip angelegt ist. Eine Gesellschaft, die dieses expansive Prinzip auf demokratische Weise überwindet, muss eine sozialistische sein, argumentiert Dörre in diesem Buch. Um wieder Strahlkraft zu gewinnen, muss der Sozialismus jedoch von seinem dogmatisch erstarrten Anspruch abrücken und nochmals zu einer attraktiven Utopie werden. Inhalt dieser Utopie kann nicht mehr die Befreiung der Produktivkräfte aus den Fesseln hemmender Produktionsverhältnisse sein. Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts, der die eigene Geschichte und sein vielfältiges Scheitern reflektiert und mitdenkt, steht für die Suche nach einer Notbremse, die den mit Hochgeschwindigkeit auf einen Abgrund zurasenden Zug zum Halten bringt. Noch aber ist Zeit, die Weichen so zu stellen, dass andere Auswege aus der epochalen ökonomisch-ökologischen Zangenkrise möglich werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2021

Rezensent Thomas Thiel empfiehlt dieses Buch des Ökosozialisten Klaus Dörre allen, die beim Ökoleninisten Andreas Malm zu wenig Gedanken über eine künftige Gesellschaftsordnung finden. Dörre möchte die UN-Entwicklungsziele zum sozialökologischen Imperativ umwandeln: Verstoßen Unternehmen gegen ihn, werden sie enteignet, Agrarindustrie und Bankensektor sollten ohnehin sozialisiert werden. Rezensent Thiel erkennt schnell, dass Dörre für seine Revolution kein Subjekt finden wird, die systemkritischen Überlegungen werden dadurch aber in seinen Augen nicht obsolet. Thiel kann Dörres "utopischen Überschwang" auch deshalb gut verkraften, weil er im Buch mit einem "hartem Realitätssinn" einhergehe.
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