Laurent Mauvignier

Mit leichtem Gepäck

Roman
Cover: Mit leichtem Gepäck
dtv, München 2016
ISBN 9783423280761
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Annette Lallemand. Unterwegs - in ein neues Leben? Sie alle sind unterwegs, suchen etwas, was sie zu Hause nicht finden: Liebe, Bestätigung, das Besondere, einen Neuanfang, Arbeit. Ein Paar auf Hochzeitsreise zu den Niagarafällen, zwei Freunde auf Safari in Afrika, ein Psychoanalytiker mit seiner Geliebten in Rom, Herr Arroyo von den Philippinen auf Arbeitssuche in Dubai, Salma aus Chile will sich in Israel engagieren. Alle haben ihr eigenes Schicksal vor Augen, als in Japan im März 2011 ein Tsunami die Küste überrollt. Mit genauem Blick erzählt Mauvignier von Touristen, Migranten, Glückssuchern, über uns und unsere Zeit - im Schatten einer Katastrophe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2017

Cornelius Wüllenkemper freut sich über diesen Episodenroman von Laurent Mauvignier. Der Autor, versichert er, kann die Hoffnungslosigkeit des vernetzten, in tiefer Einsamkeit vegetierenden Zeitgenossen ebenso zynisch beschreiben wie Houllebecq. Mit dem Tsunami vom März 2011 vor Japan als Bindeglied, erzählt der Autor laut Wüllenkemper radikal subjektiv von einer Reihe von Einzelschicksalen und kommt zu niederschmetternden Erkenntnissen über die Gegenwart. Dass die für Wüllenkemper durchaus treffenden Szenen und Porträts mitunter wie selbstverliebte Stilübungen rüberkommen und die literarische Wucht des Textes bei ihm schließlich den Nachgeschmack von larmoyantem Weltschmerz hinterlässt, ist so gesehen schade.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2016

Im Wesentlichen ist Rezensentin Jeannette Villachica mit Laurent Mauvigniers neuem Roman zufrieden. Einmal mehr erzählt ihr der französische Autor von ganz unterschiedlichen Menschen und ihren Reaktionen auf eine kollektive Katastrophe - in diesem Fall geht es um Fukushima. Mauvignier erscheint der Rezensentin in den hier versammelten vierzehn Schicksalen formal "radikaler" als zuvor: Wie der Autor die individuellen Reaktionen seiner Figuren zu einem globalen Stimmungsbild verknüpft, hat der Kritikerin gut gefallen. Und doch muss sie jedoch gestehen, dass ihr die Begegnungen mit Mauvigniers Figuren zu kurz sind, um wirklich zu berühren.
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