Die kritische Theorie erklärte Faschismus und autoritäres Bewusstsein aus den Widersprüchen und Krisentendenzen der bürgerlichen Gesellschaft. Die Analyse der extremen und populistischen Rechten kann an die Einsichten von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Co. anknüpfen. Die Beiträge dieses Bandes rekapitulieren zentrale theoretische Überlegungen zum autoritären Charakter und zum autoritären Staat, zu Antisemitismus und Rassismus sowie zum Verhältnis von liberalem und völkischem Denken. Darüber hinaus setzen sie sich in der Tradition der kritischen Theorie mit verschiedenen Aspekten der gegenwärtigen extremen Rechten auseinander.
Insgesamt schlüssig findet Rezensent Benjamin Schlodder, wie in diesem Band im Anschluss an die Kritische Theorie Adornos und Kollegen die aktuelle Gefahr durch Rechtsextremismus beschrieben wird. Das von Leo Roepert herausgegebene Buch arbeitet heraus, dass die Bevölkerung sich der AfD nicht aus objektiven, materiellen Interessen und auch nicht aufgrund eines diffusen Gemeinschaftsgefühls zuwendet, sondern dass der Aufschwung der Rechten, der längst auch konservative Positionen infiziert hat, auf irrationalem Denken beruht. Schlodder geht auf einzelne Beiträge näher ein, unter anderem schreibt Ulrike Marz über die Rolle des Affekts und Justin Monday über die paradoxe Forderung der rechten Bewegung nach einer Souveränität, die sie gleichzeitig ablehnen. Gut arbeitet dieser Band die schwierige Situation einer Linken heraus, findet Schlodder, die die bestehende Ordnung, insbesondere die kapitalistische, kritisieren müsste, sich aber gleichzeitig gezwungen sieht, sie zu verteidigen. Schlodder scheint das soweit für schlüssig zu halten, und außerdem gefällt ihm, dass die einzelnen Beiträge sich gut ergänzen und teilweise auch gegenseitig kritisieren. Das ist ganz im Sinne der Kritischen Theorie, aus der man, meint Schlodder nach der Lektüre, also tatsächlich noch so manches über gegenwärtige Bedrohungen lernen kann.
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