Margit Schreiner

Schreibt Thomas Bernhard Frauenliteratur?

Über Literatur, das Leben und andere Täuschungen
Cover: Schreibt Thomas Bernhard Frauenliteratur?
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783895612787
Gebunden, 320 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

"Schreibt Thomas Bernhard Frauenliteratur?" versammelt die Essays und die betrachtende Prosa von Margit Schreiner - eine Ergänzung ihres literarischen Werks, das vollständig bei Schöffling & Co. vorliegt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.02.2009

Gemischte Gefühle erzeugt dieser Essayband von Margit Schreiner bei Kristina Maidt-Zinke. Wenn sich die österreichische Autorin in spöttischen und witzigen Texten über den Literaturbetrieb, das Handwerk des Schreibens oder die Bahncard 50 auslässt, ohne die ein Autor heute nicht mehr auf Lesereise gehen könne, lässt sich die Rezensentin gern amüsieren und gewinnt auch so manche Einsicht. Der Spaß hört in ihren Augen aber dann auf, wenn sich Schreiner ihr Frausein problematisiert. Der feministische Ansatz macht Texte wie den Titelessay oder die Interpretation des Hohelieds bleischwer und ist wenig dazu angetan, Maidt-Zinke Begeisterung zu entlocken. "Geistreich" und spaßig wird es dann erst wieder, wenn Schreiner diese Problematik vergisst, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2008

Karl-Markus Gauß blättert begeistert in den gesammelten Essays, Aufsätzen und Porträts von Margit Schreiner, in denen nicht nur aus verschiedenen Perspektiven das Geschlechterverhältnis beleuchtet wird, sondern schonungslos offen auch über die Unnannehmlichkeiten mit den Wechseljahren und einer pubertierenden Tochter berichtet wird. Selbstironisch und überaus scharfsinnig mische Schreiner in diesem Band Persönliches mit Literaturwissenschaftlichem, mache sich zudem erhellende Gedanken über das Weibliche in den Texten Thomas Bernhards oder das Männliche bei Ingeborg Bachmann, rühmt Gauß. Und dass bei aller Klage über misslingende Liebe, Geschlechterkampf und andere Schwierigkeiten diese Texte keine "kulturpessimistische Litanei", sondern ein "trotzig freches Hohelied des Scheiterns" sind, rechnet der Rezensent Schreiner besonders hoch an.

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