Klappentext

Nach "Der Tote im Bunker" folgt Martin Pollack den Spuren seiner Tante, die am Ende des Zweiten Weltkriegs zu Tode kommt und deren Grab nie gefunden wird. Sommer 1945: Die siebzigjährige Pauline Drolc, geborene Bast, wird von jugoslawischen Partisanen in ihrem Heimatort Tüffer, slowenisch Lasko, verhaftet und in das provisorische Internierungslager Schloss Hrastovec gebracht. Wenige Wochen später ist sie tot. Ihr Grab wird nie gefunden. Pauline ist die Großtante von Martin Pollack, dessen Buch über den eigenen Vater, SS-Sturmbannführer Gerhard Bast, zu den Meilensteinen der Erinnerungsliteratur zählt. Und sie ist die Einzige in der stramm deutschnationalen Familie, die am Ende des Zweiten Weltkriegs zu Tode kommt. In seinem detektivisch recherchierten Bericht erzählt Martin Pollack über das Schicksal eines Menschen, das beispielhaft ist für die historischen Verstrickungen an einem kleinen Ort zwischen den Grenzen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2019

Gustav Seibt liest mit Martin Pollacks Ausschnitt aus seiner Familiengeschichte ein spannendes, genaues wie erschütterndes Buch. Wer über Handkes Jugoslawien spricht, soll das Buch lesen, findet er. Zu lernen ist damit laut Seibt, wie nach Ende des Zweiten Weltkriegs das Miteinander von Deutschen, Polen, Tschechen, Slowaken, Kroaten durch Menschenjagden, Morde und Internierungen beendet wurde. Wie der Autor die tragische Geschichte seiner Großtante aus der Untersteiermark mit Hilfe von Briefen, Fotos und Zeitzeugenberichten in die Geschichte dieser ethnischen Säuberungen einbettet, findet Seibt beklemmend und bemerkenswert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2019

Cord Aschenbrenner kann verschmerzen, dass der Historiker Martin Pollack bei der Rekonstruktion seiner Familiengeschichte die Lebens- und Todesumstände seiner Tante, die 1945 von jugoslawischen Partisanen ermordet wurde, nur unzureichend berücksichtigen kann. Allzu spärlich sind die Zeugnisse, Briefe, Fotos, die der Autor auswerten kann. Pollacks vorsichtige Vermutungen aber und vor allem die Verhältnisse in der Untersteiermark 1900 bis 1945, die er "facettenreich" zeichnet, sind dem Rezensenten genug. Wie feindselig sich Deutsche und Slowenen damals gegenüberstanden, wird für Aschenbrenner auf eindringliche Weise deutlich.