Oliver Haardt

Bismarcks ewiger Bund

Eine neue Geschichte des Deutschen Kaiserreichs
Cover: Bismarcks ewiger Bund
WBG Theiss, Darmstadt 2020
ISBN 9783806241792
Gebunden, 944 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Es war kein festgefügtes Machtgebilde, sondern ein "ewiger Bund von Fürsten": Oliver Haardt stellt die Geschichte des deutschen Reichs von 1871 bis 1918 unter einem völlig neuen Blickwinkel dar. Ein loser Bund von 22 Fürstenstaaten und drei Hansestädten bildete einen Staatenbund unter preußischer Führerschaft und ohne Zentralregierung. Wie konnte sich aus diesem heterogenen Konglomerat ein straff zentralisierter Staat entwickeln, der wirtschaftlich und militärisch so schlagkräftig wie keine andere europäische Macht war? Oliver Haardt schlägt in dieser umfassenden Studie erstmals einen Bogen zwischen den Teildisziplinen der Rechts- und Politikgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2021

Rezensent Stephan Speicher kritisiert Oliver R. Haardts Verfassungsgeschichte des Kaiserreichs für ihre Beschränkung auf bekannte Fakten, etwa betreffend die "Verreichung Preußens" oder die Rolle der Einzelstaaten. Dass der Autor keine Thesen lanciert, sondern nur fleißig Beobachtungen aneinanderreiht, ist dem Rezensenten schließlich zu wenig. Vor allem, da Haardt seinem Stoff keine Ordnung zu geben vermag, wie Speicher konstatiert. Weil der Autor selbst keinen Begriffsbildungs- und Erkenntnisehrgeiz entwickelt, hat Speicher alle Hände voll zu tun, dem Material etwas abzugewinnen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.06.2021

Der hier rezensierende Historiker Dieter Langewiesche empfiehlt Oliver F.R. Hardts Darstellung über das Regierungssystem des Kaiserreichs, weil der Autor sich politischer Praxis anhand konkreter Fragen nähert, die die Entstehung von Gesetzen und die Regelung von Konflikten betreffen. Die Zusammenarbeit von Reichsämtern und Reichstagskommission etwa wird für Langewiesche so sichtbar. Auch den Bedeutungsverlust des Bundesrats kann der Autor dem Rezensenten auseinandersetzen. Wie Hardt die Forschungsliteratur und zeitgenössische Quellen und Debatten befragt, um die Dynamik des Staates zu erfassen und das Kaiserreich in seiner Zeit zu verorten, findet der Rezensent ungemein lehrreich und überzeugend. Dazu trägt auch bei, dass sich Hardt nicht in die neuere "Perspektivenkonkurrenz" ums Deutsche Reich einreiht, so Langewiesche, und die Zeit danach ausblendet.

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