Die Ära Milei
Argentiniens neuer Weg

Langen-Müller / Herbig, München 2024
ISBN
9783784437194
Broschiert, 264 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Mit einem Vorwort von Javier Milei und einem Nachwort von Markus Krall. Als eine seiner ersten Amtshandlungen verringerte der Kettensägenmann Javier Milei die Zahl der argentinischen Ministerien von 22 auf 9. Der exzentrische Polit-Quereinsteiger, der aus dem Nichts kam, ohne Partei, ohne Struktur und die Verhältnisse im peronistischen Argentinien auf den Kopf stellte, ist der erste libertäre und bekennend anarcho-kapitalistische Präsident der Welt. Dieses Werk beleuchtet die Gründe für den wohl unglaublichsten Politikerfolg der jüngsten Vergangenheit. Milei wird vor allem von den jüngeren Argentiniern wie ein Rockstar verehrt. Doch was sind seine Ideen? Was ist Libertarismus? Was ist Anarchokapitalismus? Wieso bezeichnet Milei das Konzept der sozialen Gerechtigkeit als zutiefst ungerecht? Und was macht die Österreichische Schule aus, auf die er sich immer wieder bezieht?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2025
Ein Buch, das die Politik des argentinischen Präsidenten Javier Milei weniger analysiert als feiert, legt Philipp Bagus hier vor, so Rezensent Tjerk Brühwiller, der damit kein Problem zu haben scheint. Der libertäre Reformer Milei ist von populistischen Kulturkämpfer Milei nicht zu trennen, lernt Brühwiller: ein Ökonom, der wie Milei selbst Anhänger der Nationalökonomen der Österreichischen Schule ist - soll heißen: pro individuelles Handeln, kontra staatliche Intervention. Mileis Argentinien zeigt, wie man solche Theorien praktisch implementieren kann, es hängt mit Argentiniens wirtschaftlichem Abstieg zusammen, der dem Staat in die Schuhe geschoben wird. Auch Murray Rothbards mit seiner theoretischen Fundierung des Rechtspopulismus ist ein wichtiger Einfluss auf Milei, von ihm lernte der argentinische Präsident den Kulturkampf, also Positionierungen gegen Egalitarismus, Feminismus, Klimapolitik und ähnliches. Ob das auch in Deutschland klappen könnte? Nur, wenn die Strategie des Argentiniers nicht eins zu eins kopiert, sondern den lokalen Verhältnissen angepasst wird, entnimmt Brühwiller dem Buch. Und scheint das nicht unbedingt für eine schlechte Idee zu halten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2024
Mit spürbarer Sympathie für den Protagonisten dieses Buches, der auch dessen Vorwort verfasst, bespricht Rezensent Rainer Zitelmann Philipp Bagus' Arbeit über den derzeitigen argentinischen Präsidenten Javier Milei. Zitelmann zufolge zeigt bereits Mileis Vorwort, in dem dieser über seine Lektüre von Theoretikern der Österreichischen Schule der Ökonomie berichtet, dass Milei kein zweiter Trump sei, sondern etwas anderes. Milei wendet sich, so Zitelmann mit Bagus, insbesondere an junge Männer, die seiner Meinung nach vom Staat unterdrückt werden und vom Kapitalismus befreit werden können. Außerdem geht es in dem Buch dem Rezensenten zufolge um die Frage, was Mileis Erfolg verhindern könnte - so sind radikalkapitalistische Reformen, gesteht Zitelmann, Bagus zusammenfassend, ein, nicht immer sofort erfolgreich. Was Zitelmann vermisst, ist eine Würdigung der Westbindung Mileis, eine weitere Differenz zu Trump und Teilen der Neuen Rechten in Europa. Insgesamt jedoch hilft das Buch dabei, Mileis Politik besser einzuschätzen, meint Zitelmann abschließend.