Sind Kunstwerke physische Gegenstände? Auf den ersten Blick scheint es so. Doch es fällt schwer, einen Roman, eine Sinfonie oder ein Theaterstück mit einem bestimmten physischen Objekt zu identifizieren. In welcher Weise aber existieren Kunstwerke, wenn sie keine physischen Objekte sind? Und woran lässt sich erkennen, welche Kunstobjekte identisch - also Exemplare ein und desselben Kunstwerks - sind? Der Band dokumentiert den gegenwärtigen Stand der kunstontologischen Diskussion. Er enthält Beiträge von Nelson Goodman, Wolfgang Künne, Jens Kulenkampff, Joseph Margolis, Günther Patzig, Maria E. Reicher, Reinold Schmücker, Richard Wollheim, Nicholas Wolterstorff und Paul Ziff.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.06.2003
Kunstwerke sind zunächst einmal ganz normale materielle Gegenstände. Aber spielen zwei verschiedenen Pianisten, die ein und dieselbe Sonate aufführen, wirklich dasselbe Stück? Auf welche Weise existieren eigentlich Kunstwerke? Fragen, die "knifflig und durchaus nicht trivial" sind, meint der "bhi." zeichnende Rezensent. Der Band "Identität und Existenz - Studien zur Ontologie der Kunst", der wichtige Aufsätze aus den letzten fünfzig Jahren zu der in der analytischen Philosophie geführten Diskussion versammelt, erweist sich hier nach Ansicht von "bhi." als überaus "nützlich". Das Buch biete einen "guten Einstieg" in die Thematik und ermögliche einen Überblick über die Diskussionslage, lobt der Rezensent. Etwas bedauerlich findet er nur, dass phänomenologische Autoren fehlen, die sich um eine differenzierte Beschreibung der eigentümlichen Erscheinungsweise von Kunstwerken verdient gemacht haben.
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