Der Kapitalismus macht einige wenige reich, die Masse aber arm: Das ist nicht der ideologische Rundumschlag realsozialistischer Ewiggestriger, sondern eine historische Grunderfahrung. Marktwirtschaft und Liberalismus mussten die Krise unserer Zeit, die Massenarmut, zwangsläufig hervorrufen, denn der Kapitalismus war niemals imstande, die von ihm hervorgebrachten Potenzen für eine Verbesserung des Lebens aller Menschen anzuwenden, die er unter sein Gesetz gezwungen hat. Die provokante Bilanz des Philosophen Robert Kurz, Autor von "Der Kollaps der Modernisierung", analysiert die unheilvolle Geschichte des Kapitalismus anhand von historischen und soziologischen Fakten. Sie zeigt, weshalb die Wachstumsdynamik der letzten 200 Jahre zwangsläufig erlischt und warum das bisherige System von Arbeit, Geldeinkommen und Warenkonsum nicht mehr zu retten ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.05.2000
Schwarzbücher haben Konjunktur, schreibt der Rezensent Günther Frieß, und nachdem bereits das Ende des Kommunismus konstatiert wurde, ist nun also der Kapitalismus an der Reihe, angeschwärzt zu werden. Allerdings ist ein Ende des Kapitalismus nicht in Sicht, und gerade darum sei es ein mutiges Unterfangen, meint Frieß, in dieser Zeit eines sich "alternativlos" zeigenden Gesellschaftssystems, dessen laut Autor "unheilvolle" Geschichte zu bilanzieren. Kurz` Schwarzbuch tut dies gründlich und auf offenbar lesenswerte Weise, folgt man den Ausführungen von Frieß. Als Manko des Buches sieht er allerdings die Tendenz des Autors, "den Kapitalismus als Wurzel allen Übels" zu betrachten. Dies verstricke den Autor in eher paranoide Verschwörungstheorien, die davon ablenken, dass Kurz zwar Handlungsbedarf, aber kein Personal für eine soziale Rebellion sieht.
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