In Ost- und Westdeutschland gleichermaßen bekannt wurde Maxie Wander mit ihrem Aufsehen erregenden Reportageband "Guten Morgen, du Schöne", der den Alltag von 17 ganz gewöhnlichen Frauen aus der DDR dokumentierte. Doch ihren literarischen Erfolg zu genießen, blieb der geborenen Österreicherin und Wahl-Ostberlinerin kaum mehr die Zeit: Gerade 44 Jahre alt, stirbt Maxie Wander an Krebs. Mit "Leben wär? eine prima Alternative" erschienen posthum ihre Tagebuchaufzeichnungen und Briefe als Buch. Die Journalistin Sabine Zurmühl zeichnet das Bild dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit und schreibt zugleich ein Stück Zeitgeschichte.
Ihr Buch "Guten Morgen, du Schöne" war ein großer Erfolg - im Westen wie im Osten. Maxie Wander hat ihn nicht mehr auskosten können, sie starb 1977 an Krebs, später schob dann ihr Mann, in dessen Schatten sie ihr Leben lang gestanden hatte, die Tagebücher nach. Nachzulesen ist diese traurige Geschichte in der neu erschienen Maxie Wander-Biografie der Berliner Journalistin Sabine Zurmühl, die Wenzel Müller vorbehaltlos bespricht. Leider erfahren die Leser dieser Rezension nicht, wie viel oder wie wenig Abstand die Verfasserin zu ihrem Untersuchungsgegenstand hält. Maxie Wander, Kind österreichischer Kommunisten, kam mit ihrem Mann Fred Wander 1958 in die DDR, wo sie ihm ein stets offenes Haus führte, seine Manuskripte tippte und von einem eigenen Zimmer träumte, so erfahren wir aus der Kritik. Geschrieben habe Maxie Wander dennoch, verrät Wenzel - einen Brief täglich an ihre Mutter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.04.2001
Interessant findet Manuela Reichert diese Biografie von Maxie Wander, die 1977 mit "Guten Morgen, du Schöne" in Ost-und Westdeutschland bekannt geworden war und im gleichen Jahr an Krebs starb. Sie lobt, dass die Autorin Sabine Zurmühl beide Seiten der in die DDR eingewanderten Wienerin beschreibt, die "begeisterungsfähige, sympathische" ebenso wie die "cholerische". Auch die Gratwanderung von Maxie Wander und ihrem Ehemann "zwischen Anpassung und Auflehnung" - im privaten wie im öffentlichen Leben - und ihre Zusammenarbeit mit der Stasi werde differenziert beschrieben.
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