Aufstieg und Faszinationskraft Hitlers sind bis heute ein Rätsel, und das umso mehr, je mehr er überzeichnet und dämonisiert wird. Sybille Steinbacher beschreibt Hitlers Herkunft, die Wurzeln seines Antisemitismus und den Aufstieg des Redners und Putschisten zum Hoffnungsträger und Reichskanzler. Sie erklärt, wie Hitler in wenigen Jahren seine auf Rassismus und eine begeisterte "Volksgemeinschaft" gegründete Herrschaft ausbaute und schließlich mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust eine historisch einzigartige Katastrophe herbeiführte. Eine konzise Einführung für alle, die sich knapp und zuverlässig über den Diktator informieren wollen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2025
Braucht es ein weiteres Buch über Hitler? In diesem Fall lautet die Antwort klar ja, glaubt Rezensentin Isabell Trommer. Und weist gleich darauf hin, dass es Sybille Steinbachers schmalem Band nicht um neue Erkenntnisse in der Hitler-Forschung, sondern um eine pointierte Darstellung des Forschungsstandes geht. Trommer, die selbst Politikwissenschaftlerin ist, geht kursorisch entlang der Lektüre auf den frühen Lebensweg Hitlers bis ins Zentrum der politischen Macht ein. Anschließend stellt sie klar, dass Steinbacher nicht einfach nur eine Charakterstudie über einen skrupellosen Politiker verfasst hat, sondern auch gesellschaftliche Strukturen sowie historische Entwicklungen in die Analyse einschließt - den grassierenden Antisemitismus hätte es in Deutschland beispielsweise auch ohne Hitler gegeben, und die Frage, ob die Geschichte ohne Hitler anders verlaufen wäre, führt letztlich nirgendwo hin. Außerdem zeigt der Band Steinbacher zufolge überzeugend auf, dass Appeasementpolitik die falsche Strategie im Umgang mit der extremen Rechten ist. Gut geschrieben ist dieses Buch, freut sich Trommer, und auch, wenn Steinbacher hier keine umfangreiche komplette Hitler-Biografie vorlegt, gelingt ihr eine kenntnisreiche Überblicksdarstellung - möglicherweise ist das sogar wichtiger, meint Trommer.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…